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Andrea Bignasca: «Es ist ungeheuer spannend, ein Museum zu führen, das eigentlich eine Nische abdeckt.»
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Wochengast im Gespräch «Ein Menschenleben spielte damals keine Rolle»

Der Direktor des Antikenmuseums Andrea Bignasca erzählt im Wochengastgespräch über die neue Gladiatorenausstellung.

Das Antikenmuseum Basel gibt in einer neuen Ausstellung Einblicke in die «wahre Geschichte» der römischen Gladiatorenkämpfe. Die ausgestellten prachtvoll verzierten Helme, Schilder, Bein- und Armschienen aus Bronze zeigen, dass Gladiatorenkämpfe im antiken Rom weit mehr waren als reines Gemetzel zum Vergnügen des Pöbels.

Das waren sie zwar auch, dienten aber darüber hinaus als Sinnbild für römische Tugenden wie Mut, Tapferkeit und Todesverachtung. «Das Publikum wollte nicht unbedingt den Tod einer der beiden Kontrahenten sehen, sondern vielmehr den Mut, die Todesverachtung und die kämpferischen Qualitäten sehen», sagt Andrea Bignasca im Wochengastgespräch.

Das Publikum wollte vielmehr den Mut, die Todesverachtung und die kämpferischen Qualitäten sehen.
Autor: Andrea BignascaDirektor Antikenmuseum Basel

«Ab und zu endete der Kampf mit dem Tod eines der beiden Gladiatoren. Wir rechnen, dass ungefähr zehn Prozent der Gladiatoren tatsächlich in der Arena gestorben sind.»

Rüstungen, Helme
Legende: Teile von Rüstungen der Gladiatoren sind ein wichtiger Bestandteil der Ausstellung. Ruedi Habegger, Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig , Link öffnet in einem neuen Fenster

In der Ausstellung mit dem Titel «Gladiator. Die wahre Geschichte» sind zahlreiche Leihgaben aus dem Museo Archeologico Nazionale in Neapel zu sehen. Das Museum hat quasi das Tafelsilber aus der eigenen Gladiatoren-Sammlung zur Verfügung gestellt. Neben den Rüstungen und Waffen sind dies unter anderem ein grosses Grabrelief und Wandmalereien aus Pompeji, auf denen Kampfszenen präsentiert werden.

Gemeinsamkeiten von Basel und dem Tessin

Andrea Bignasca ist seit 2013 Direktor des Antikenmuseums Basel und der Sammlung Ludwig. Er war zuvor lange Jahre Vizedirektor des Museums uns stammt ursprünglich aus dem Tessin.

«Ich denke, Basel hat einiges gemeinsam mit dem Tessin. Es sind beides Grenzkantone und es gibt eine Öffnung in Richtung Süden und Richtung Norden. Basel hat eine grosse kulturelle Tiefe und Weite. Das ist ungeheuer spannend, in diesem Kontext ein Museum zu führen, das eigentlich eine Nische abdeckt eben die Antike.»

Die Ausstellung, die laut Bignasca rund zwei Millionen Franken gekostet hat, wird in Basel bis 22. März 2020 zu sehen sein und dann ab 8. April im Museo Archeologico Nazionale in Neapel.

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