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Darum schliesst das Restaurant Gfeller Ende Jahr
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 08.12.2019.
abspielen. Laufzeit 11:35 Minuten.
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128 Jahre Gfeller in Bern «Das ist das Ende einer Ära»

Die Berner Front ist weitherum bekannt: direkt beim Bundeshaus, gut erschlossen mit dem öffentlichen Verkehr, ein Katzensprung vom Bahnhof weg, ein zentraler Ort für ein Zmittag, einen Kaffee, oder «zum eis ga zie».

Drei der Restaurants an der Front müssen aber per Ende Jahr schliessen: die Plattform-Restaurants, das «Moules-Edy» und der Gfeller, eine Berner Institution. Seit 128 Jahren gibt es die Beiz, bekannt für ihren frischen Kuchen. Die Schliessung ist entsprechend eine schwierige Aufgabe für Betreiber Christian Gfeller.

Christian Gfeller

Christian Gfeller

Gastronom

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Christian Gfeller leitet das Restaurant Gfeller in vierter Generation. Zum Familien-Geschäft gehören auch die Plattform-Restaurants und das «Moules-Edy».

SRF News: Ende Jahr schliessen Ihre Restaurants an der Front. Was löst das bei Ihnen aus?

Christian Gfeller: Den Entscheid haben wir ja schon vor einer Weile treffen müssen. Und er hat mir grosse Mühe gemacht. Dass ausgerechnet ich nach vier Generationen den Betrieb schliessen muss, hat mich stark beschäftigt.

Warum haben Sie diesen Entscheid getroffen?

Die Liegenschaft gehört aktuell 16 Parteien. Und jetzt stehen aufwändige Sanierungsarbeiten an. Diese Arbeiten mit so vielen Beteiligten zu organisieren, wäre zu kompliziert gewesen. Deshalb haben wir uns entschlossen, zu verkaufen.

Nach 128 Jahren Restaurant Gfeller in Bern ist jetzt also bald Schluss. Wie ist der Gfeller zu der Institution geworden, die er heute ist?

Alles hat damit begonnen, dass meine Urgrossmutter Ende des 19. Jahrhunderts nicht nur für ihre acht Kinder, sondern auch für Kostgänger gekocht hat, die für das Mittagessen bei ihr bezahlt haben. Offenbar konnte sie sehr gut kochen, denn irgendwann wurde das Geschäft zu gross, um es von der eigenen Küche aus zu betreiben. Da eröffneten sie und mein Urgrossvater das Restaurant.

Offenbar konnte meine Urgrossmutter sehr gut kochen.

Das Konzept von «Moules-Edy» werden Sie in zwei Betrieben weiterführen, in Freiburg und im Berner Kirchenfeld-Quartier. Ihr Tatendrang ist also noch nicht gestillt?

Diese beiden Restaurants werden sehr viel kleiner und sind viel einfacher zu führen sein als das, was ich bisher gemacht habe. Ausserdem habe ich mir einen Partner dazu geholt. Ich werde sicher weniger zu tun haben, auch wenn ich hoffe, dass es vielleicht noch weitere Edy-Restaurants geben wird. Aber den Gfeller, den werden wir so wohl nirgends weiterführen können. Es ist also schon das Ende einer Ära.

Das Gespräch führte Christina Scheidegger.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Ruefer  (Michael Ruefer)
    Der Gfeller ist ein Ort aus anderer Zeit. Und so einfach auch etwas aus der Zeit gefallen. Die Menükarten sind schon fast legendär gestaltet. Und so viele Leute, die Apfelkuchen mit Gelatine essen, gibts halt auch nicht mehr. Bewährtes ist gut. Aber bitte kombiniert mit neuem Schwung.
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  • Kommentar von Urs Stäbler  (Stab)
    Da ich nicht in Bern wohne trifft mich dieser Schritt nicht. Nur muss man dies in einen gesamtschweizerischen Zusammenhang bringen. Überall schliessen seriös, über Generationen geführte Betriebe. An deren Stelle wird meist später eine Bar in Betrieb genommen und wenig später wieder geschlossen. Gerade solche Traditionsbetriebe gehören doch zu unserer Kultur.
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    1. Antwort von A Gasser  (agasser)
      Über Generationen geführte Betriebe wird es immer geben, und jeder solche Betrieb wird irgendwann geschlossen. Oder kennen Sie ein Gasthof den es schon zur Römerzeit gab? Das muss man Objektiv sehen, es ist keine Zeiterscheinung sondern eine Konstante. Und nur so gibt es auch Platz damit neue Betriebe ihre hoffentlich lange Geschichte starten können.
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  • Kommentar von Bendicht Mühlethaler  (Rhenus)
    Ein Grund weniger, um in Bern in die Innenstadt zu gehen.
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