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Abschied aus dem Regierungsrat Bernhard Pulver: «Im Amt ist man einsam»

Bei einem Kaffee erzählt der Politiker, wie es ihm persönlich in den zwölf Jahren in der Berner Regierung ergangen ist.

Bernhard Pulver war von 1999 bis 2006 im Berner Kantonsparlament, dann wurde er für die Grüne Partei in die Regierung gewählt. Als Bildungs- und Kulturdirektor war er weit über seine Partei hinaus geachtet. Nach 12 Jahren gibt er sein Amt nun ab. Im Gespräch mit Radio SRF spricht er darüber, was das Amt mit ihm gemacht hat.

Die vielen Apéros: Alkohol vertrage er schlecht, sagt Bernhard Pulver kurz vor Mittag. «Klar könnte ich es eigentlich jetzt lockerer nehmen und mir einen Apéro gönnen. Aber ich bin im Grunde ein Perfektionist. Und Wein, zum Beispiel zum Mittagessen, macht mich am Nachmittag immer sehr träge. Die Tage sind so lang, es müssen so viele Entscheidungen gefällt werden – da liegt das einfach nicht drin.»

Die Krux mit den Beziehungen: Als Erziehungs- und Kulturdirektor hat Bernhard Pulver unzählige Menschen getroffen, kurze und längere Gespräche mit ihnen geführt. Und trotzdem sagt er über seine Amtszeit: «Als Regierungsrat ist man einsam. Die Beziehungen sind nicht normal, weil man immer der oberste Chef ist. Es liegt nicht drin, jemanden zu bevorzugen oder als Chef Freundschaften einzugehen. Das war bei meinen früheren Tätigkeiten anders. Als Regierungsrat habe ich das vermisst.»

Im Mittelpunkt stehen: Als Regierungsrat steht man zwangsläufig im Zentrum. Sei es als Ehrengast, als Amtsvorsteher, als Festredner. «Das ist eine völlig andere Welt», sagt Bernhard Pulver. «Vom Morgen bis am Abend steht man im Mittelpunkt, es wird erwartet, dass man Fragen beantwortet, die Probleme löst und permanent entscheidet. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen.»

Probleme lösen: Die letzten zwölf Jahre haben Bernhard Pulver darin bestätigt, dass man (fast) alle Probleme lösen kann. «Nötig dafür sind nur die richtigen Personen am Tisch. Grundlage dafür ist aber, dass man den Leuten richtig zuhört, dass sie ihre Probleme ausführlich schildern können. Meist fiel mir bereits beim Zuhören ein, welcher Weg der richtige sein könnte, um eine Sache anzugehen.»

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