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Legende: Audio «Da ist Herzblut dahinter, das hat mit Wirtschaftlichkeit nichts zu tun»: Zu Besuch bei Schäfer Daniel Steiner abspielen. Laufzeit 03:45 Minuten.
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 29.05.2019.
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Agrarpolitik 2022+ Neue Ausbildungsanforderungen – das Ende der Walliser Schäfer?

Die neue Agrarpolitik würde für viele kleine Betriebe das Aus bedeuten, fürchtet Nebenerwerbslandwirt Dainel Steiner.

Achteinhalb Stunden hat Daniel Steiner als Schichtleiter in der Lonza gearbeitet, nun – nach dem Feierabend – macht er sich auf den Weg zu seinen 47 Schwarznasenschafen oberhalb von Eggerberg.

Schwarznasenschafe auf einer Weide, dahinter Daniel Steiner.
Legende: Rund 12'000 Schwarznasenschafe gibt es im Wallis – 47 davon gehören Daniel Steiner. Silvia Graber/SRF

Schon als kleiner Junge war er begeistert von der Schafhaltung: «Der Vater hatte auch schon Schafe». Mit zwölf Jahren habe er sich sein erstes eigenes Schaf gekauft, «seither hatte ich immer Schafe».

Mit zwölf Jahren habe ich mir mein erstes eigenes Schaf gekauft.
Autor: Daniel Steiner

Entsprechend wisse er viel über seine Tiere – ohne, dass er eine landwirtschaftliche Ausbildung gemacht hätte. «Wir pflegen die Landschaft, sind gut für den Tourismus, dass wir auf einmal eine Ausbildung machen müssen, sehe ich nicht ein». Das Problem: wer keine Ausbildung hat, soll künftig gemäss den Plänen des Bundesrats auch keine Direktzahlungen mehr erhalten.

Darum geht es

Der Bundesrat will mit der Agrarpolitik 2022+ die Anforderungen an die Ausbildung für den Erhalt von Direktzahlungen erhöhen. Gemäss dem Bericht, den der Bundesrat in die inzwischen beendete Vernehmlassung gab, sollen künftig nur noch Landwirte mit höherer Berufsbildung Direktzahlungen beziehen können. Für die derzeitigen Bezüger und Bezügerinnen von Direktzahlungen soll sich indes nichts ändern.

Die Kleinbauern-Vereinigung lehnt dies ab. Die Landwirtschaft solle Spät- und Quereinsteigern sowie Praktikern zugänglich bleiben, findet sie. Eine vielfältige Landwirtschaft brauche Nachwuchs.

90 Prozent der Kleintierhalter im Oberwallis arbeiten laut Daniel Steiner, der als Präsident des Oberwalliser Schwarznasen-Zuchtverbands die Meinung von rund 900 Schäfern vertritt, im Nebenerwerb. «Da ist Herzblut dahinter, das hat mit Wirtschaftlichkeit vielfach nichts zu tun.»

Wenn der Bund jetzt noch Direktzahlungen streichen würde, würden viele Betriebe eingehen. Daniel Steiner erhält zusammen mit seinem Bruder pro Jahr 15'000-20'000 Franken vom Bund. Geld, dass sie wieder in den Betrieben investieren würden.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Morgenthaler  (ChM)
    Wenn dieser Schafhalter, gemäss dem Artikel, 47 Tiere besitzt und 20'00 Fr. pro Jahr an Direktzahlungen erhält, macht das 425.- Fr. je Schaf. Eine so lukrative Freizeitbeschäftigung hat nicht jeder. Wen wunderts, dass es in manchen Kantonen so (zu) viele Schafe gibt.
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  • Kommentar von Charles Morgenthaler  (ChM)
    Glücklich schätzen kann sich, wer ein "Hobby" hat das von den Steuerzahlern mitfinanziert wird. Leider habe ich das falsche Hobby gewählt.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    Das Problem der "Direktzahlungen" an die Landwirte war und ist schon immer ein stark umstrittenes Problem gewesen. Wer aber neben der täglichen Berufsarbeit noch Landwirtschaft betreibt und dies aus voller Ueberzeugung und Freude tut, sollte nicht vollständig ausgegrenzt werden! Nach Feierabend (und Samstag/Sonntag!) oberhalb des Wohnortes noch 50 Schafe zu betreuen, ist wohl viel gescheiter und effizienter, als bloss in der "Beiz" zu hocken und andere Mitmenschen und Politiker zu kritisieren!
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