Auswanderung 19. Jahrhundert Als die Walliser ihr Glück im Ausland suchten

Im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts ging es zahlreichen Walliserinnen und Wallisern wirtschaftlich schlecht. Sie wanderten aus – in die USA, nach Lateinamerika oder Afrika. Eine neue Plattform, die sowohl analog als digital funktioniert, gibt Einblick in dieses Kapitel der Walliser Geschichte.

Ziel dieser neuen Plattform ist es, die Geschichte über die Auswanderung der Walliser einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Denn, so Jacques Cordonier, Chef der Walliser Dienststelle für Kultur: «In den Geschichtsbüchern findet man kaum etwas über die Auswanderung von Wallisern.»

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Bildlegende: Der Anfang der Fremden Dienste: Entlassungsschein für Soldat Georges Bonaventure Gillet aus dem Jahr 1744. Silvia Graber/SRF

Jeder oder jede Fünfte ausgewandert

Im 19. Jahrhundert sind zeitweise rund 20 Prozent der Walliser Bevölkerung ausgewandert. Dies vor allem aus wirtschaftlichen Gründen.

Ethnologe Klaus Anderegg hat sein privates Archiv mit über 500 Briefen, Postkarten und Fotos dem Staatsarchiv zur Verfügung gestellt. Seine Dokumente geben beispielsweise einen historischen Einblick über die Auswanderung der Walliser nach San Jeronimo Norte in Argentinien.

«  Es ist wichtig, diese historischen Briefe aus San Jeronimo Norte für die Nachwelt zu erhalten. »

Klaus Andregg
Ethnologe

Die Dokumente sind einerseits analog über ein Dokumentationszentrum im Staatsarchiv Sitten zugänglich. Andererseits über eine Internetplattform, die auf Deutsch, Französisch und Englisch abrufbar ist. Geplant ist, die Plattform demnächst auch in Spanisch und Portugiesisch aufzuschalten. Sie richtet sich an alle Interessierten, insbesondere auch an Nachkommen von ausgewanderten Walliserinnen und Wallisern.