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Das wird den mutmasslichen FCZ-Fans vorgeworfen
Aus Regional Diagonal vom 24.07.2020.
abspielen. Laufzeit 01:25 Minuten.
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Angriff auf Zug mit YB-Fans Drei mutmassliche FCZ-Fans zu Geldstrafen verurteilt

  • Eine Einzelrichterin am Regionalgericht Emmental-Oberaargau hat drei junge Männer zu bedingten Geldstrafen verurteilt.
  • Die Richterin sah es als erwiesen an, dass sie im August 2017 einen YB-Extrazug attackiert hatten.

Es geschah am Samstag, 19. August 2017: Auf dem Weg zu einem Auswärtsspiel zwischen YB und dem FCZ in Zürich machte ein Zug mit YB-Fans Halt in Herzogenbuchsee (BE). Wie Zeugen am Donnerstag vor Gericht sagten, rannten auf einmal rund 25 vermummte Männer zum Zug, ein Teil von ihnen bestieg einen Wagen an der Spitze.

«Wie im Krieg»

Im Zug attackierten die mutmasslichen FCZ-Fans den mitreisenden YB-Fanverantwortlichen und wollten wissen, wo die YB-Fans seien. Der Zugchef hatte zuvor einigen YB-Fans, die sich auf dem Perron befanden, befohlen einzusteigen und den Lokführer angewiesen, abzufahren.

Dennoch kam es zu einem Handgemenge. Ein mutmasslicher FCZ-Fan schlug mit einem Stock auf den Arm des Zugchefs ein, schlug eine Türscheibe ein und sprühte Pfefferspray in den Zug. Eine Zugbegleiterin der SBB sagte vor Gericht, ihr sei es vorgekommen «wie im Krieg».

Bedingte Geldstrafen

Eine Einzelrichterin des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau in Burgdorf verurteilte drei Täter zu bedingten Geldstrafen zwischen 12'000 Franken und 16'900 Franken. Die Probezeit beträgt jeweils drei Jahre. Die drei mutmasslichen FCZ-Fans werden zusätzlich Bussen von 2700 bis 3400 Franken zahlen müssen.

Verurteilt wurden sie wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte, Landfriedensbruchs sowie wegen Betretens respektive Überquerens der Bahngeleise und in einem Fall wegen einer Widerhandlung gegen das Waffengesetz.

Wie wurden die mutmasslichen Täter gefasst?

Aus den Fragen der Richterin an die Angeklagten ging hervor, dass die Männer offenbar aufgrund von Videoaufnahmen beschuldigt wurden, welche Kameras der Autobahnraststätte Kölliken (AG) gemacht hatten.

Dort sollen die Angeklagten gut 25 Minuten nach dem Angriff auf den Zug einen Halt eingelegt haben und von der Stadtpolizei Zürich identifiziert worden sein. Diese Videobilder wurden während der Verhandlung gezeigt. Zu sehen war, wie junge Männer mit weissen Sweat- oder T-Shirts aus Autos ausstiegen und umhergingen.

Vorhanden sind laut der Richterin auch Fotos, welche Passagiere des YB-Fanzugs vom Angriff machten. Beim Vergleich der Bilder aus Herzogenbuchsee und Kölliken sollen sich im Fall der Beschuldigten übereinstimmende Merkmale ergeben haben. Genau dies bestreiten die Verteidiger der Angeklagten.

Der mit dem Fall beauftragte Staatsanwalt hatte für die vier jungen Männer Freiheitsstrafen zwischen 6 und 10 Monaten sowie Bussen beantragt. Die Freiheitsstrafen sollten in drei Fällen bedingt ausgesprochen werden, im vierten Fall wohl auch, doch stand das nicht so in der Anklageschrift.

Die drei verurteilten Angeklagten kommen also wesentlich besser weg als vom Staatsanwalt beantragt.

Regional Diagonal, 16:30 Uhr;

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Diese Verurteilung ist viel zu mild. Hier gehörte eine Geldstrafe von mindestens Fr. 10000.- pro Kopf hin. Unbedingt, selbstverständlich! Und: Obschon der Schaden nicht im Stadion passiert ist, würde ich hier 3-5 Jahre Stadionverbot verhängen. Und: Warum ist es nicht längstens obligatorisch, nur per ID und gültigem Billet Zutritt zum Stadion zu erlangen? Mit der heutigen Elektronik müsste man alle "Störefriede" elektronisch erfassen, diese würden am Eingang registiert ....und tschüss!!
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  • Kommentar von Silas Räber  (Silair)
    Ist das etwa ein Kasperlitheater?? Was soll eine so feindliche Aktion irgendwelcher Fans? Da gibt es mMn nur unbedingte (von mir aus auch nur einige Wochen) Haftstrafen, gerne bedingt bis zu 2 Jahren, massive Bussen und lebenslange Stadionverbote. Ich verstehe diese Einzelrichterin auch nicht...
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  • Kommentar von Mark Altheer  (Mark_Altheer)
    Kuscheljustiz! Was läuft in diesem Land schief? Im Verhältnis zur Tat sind dass doch keine Strafen?
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