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Legende: Audio Der Fussball hat ein Gewaltproblem abspielen. Laufzeit 03:20 Minuten.
Aus Echo der Zeit vom 05.07.2019.
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Hooligans und Fussballverband Wie ernst ist es der Football-League wirklich?

Die neusten Polizei-Zahlen lassen keinen Interpretationsspielraum. Der Fussball hat ein Gewaltproblem. Nun will die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren KKJPD zusammen mit der Swiss Football-League konsequenter gegen Gewalttäter vorgehen.

So sollen Stadionverbote viel schneller und konsequenter ausgesprochen werden und neu bis zu 10 Jahre dauern. Bisher waren es maximal drei Jahre. Im Weiteren soll auch die Videoüberwachung in und um die Stadien aufgerüstet und Identifizierungsprozesse von Gewalttätern standardisiert werden.

Aktuell: 25 Meldeauflagen bei 600 Stadionverboten

Viel erhoffen sich die Verantwortlichen vor allem von den sogenannten Meldeauflagen. Diese sollen künftig konsequenter und häufiger ausgesprochen werden. Mit einer Meldeauflage wird der Betroffene verpflichtet sich während eines Fussballspiels bei der Polizei zu melden. Er kann also dann nicht trotz eines Stadion- oder Rayonverbotes mit dem Fanzug mitreisen und allenfalls wieder gewalttätig werden.

Aktuell sind lediglich 25 solche Meldeauflagen in Kraft und das bei fast 600 verfügten Stadionverboten. Die Football-League will zudem die Hin- und Rückreise der Fans sicherer machen, indem man von der SBB künftig neueres Rollmaterial für Extrazüge wünscht. Solche bei denen man die Fenster nicht mehr öffnen und somit auch keine Gegenstände herauswerfen kann.

Neue Auflagen will der SFV nicht

Nicht mehr mitmachen wollen die Fussballfunktionäre aber beim 6. und einschneidendsten Punkt der geplanten Massnahmen: der personalisierten Ticketabgabe, respektive der Ausweispflicht für Matchbesucher. Das sei zu aufwändig, kontraproduktiv, abschreckend für Gelegenheitsfans.

Fazit: Meldeauflagen ja, da sind ja die Polizei- und Straf-Behörden gefordert, sichere Extrazüge auch, die müssen die SBB bereitstellen. Aber wenn es um neue Auflagen bei Fussballspielen geht, passen die Fussballverantwortlichen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt – das sagt alles

Wie ernst ist es der Fussball-League wirklich im Kampf gegen die Fangewalt? Reagiert sie mit diesen Massnahmen nur auf den gegenwärtigen Druck der Politik oder ist sie auch bereit, umstrittene und für die Clubs schmerzhafte Schritte einzuleiten, wie eben ein neues Ticketingsystem? Die Antwort ist Nein.

Auf die Frage, ob die nächste Fussballsaison mit diesen Massnahmen wirklich von weniger Gewalt begleitet werde, meint Football-League Präsident Heinrich Schifferle nur: Die Hoffnung sterbe zuletzt. Das sagt alles.

Iwan Santoro

Iwan Santoro

SRF-Inlandredaktor

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Santoro arbeitet seit 2013 bei Radio SRF und ist jetzt in der Inland-Redaktion tätig.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Hofmann  (StefanHofmann)
    Der Fußballverband und die Clubs sollten einfach mehr an die Sicherheitskosten zahlen, dann hätten sie auch ein Interesse daran, die Probleme zu lösen. Und warum nicht mal einen Fanstreik organisieren? Vielleicht lenken die Clubs ein, wenn die „richtigen“ Fans mal keine Saisonkarte lösen oder Kollektiv ein paar Spiele auslassen...? Ich gehe schon lange nicht mehr ins Stadion...
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    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Ich ziehe das seit 40 Jahren durch, aber der SFV wird dadurch nicht beeindruckt ;-))
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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Ich sehe nicht ein, warum wir braven Steuerzahlende den überbezahlten Profisport via Unterstützung von Stadionbau und –betrieb und Übernahme von Sicherheitskosten subventionieren sollen, vor allem wenn wir sehen, dass sich die Hooligans immer wieder aufs Dach geben.
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  • Kommentar von Irene Dirren  (Rugi64)
    Vermummte, Gewalttäter und Sachbeschädiger für zwei Tage einsperren. Meldepflicht beim Arbeitgeber und den Schaden müssen diese Chaoten selber bezahlen ( kollektiv Strafen nach dem Motto mitgegangen mitgehangen) . Nicht nur bei Fussballspielen auch bei Dmonstrationen.
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