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Aprikosenernte im Wallis Auf der Suche nach der Super-Aprikose

Gut lagerbar, schmackhaft, hübsch und krankheitsresistent soll sie sein. Im Wallis wird fleissig getestet und geforscht.

Aprikosen
Legende: Walliser Aprikosenproduzenten probieren laufend neue Sorten aus, um den Ertrag und die Qualität zu steigern. Anna-Lisa Achtermann / SRF

Heinrich Fux ist zufrieden. In diesem Jahr sind seine Aprikosenbäume in Agarn übersät mit rot-orangenen Früchten. «Heuer ist aufgrund des guten Wetters ein sehr gutes Aprikosenjahr», freut sich der Oberwalliser Landwirt.

Das letztjährige Frostjahr hatte ihm schwer zugesetzt. Während Fux fast seine gesamte Ernte verlor, war es bei seinen Unterwalliser Kollegen gut die Hälfte. «Die klimatischen Bedingungen sind im französischen Teil des Wallis besser für den Aprikosenanbau. Meine Ernte beginnt deshalb auch erst zwei bis drei Wochen später.»

Aprikosenbäume
Legende: In den kommenden Wochen pflücken Walliser Aprikosenproduzenten an die 8600 Tonnen und damit mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Anna-Lisa Achtermann / SRF

Fux ist der einzige Oberwalliser Aprikosenbauer. Auf seiner Plantage in Agarn bewirtschaftet er gemeinsam mit seiner Familie rund 3000 Aprikosenbäume. «Der Boden ist ziemlich sandig und auch das Klima ist hier auf 600 Metern über Meer noch optimal, so dass Aprikosen sehr gut gedeihen können.»

In diesem Jahr erntet Fux vier verschiedene Sorten. Die älteste und bekannteste ist aber nicht mehr dabei. «Vor ein paar Jahren hätte ich dies noch nicht für möglich gehalten, aber ich verzichte nun ganz auf den Anbau von Luizet-Aprikosen und probiere neue Sorten aus.»

Wandel im Walliser Aprikosenanbau

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Die Aprikosenkultur im Wallis hat eine lange Tradition. Im Jahr 1838 pflanzte Gabriel Luizet erstmals Aprikosenbäume im Wallis an. Daher stammt auch der Name der Sorte Luizet. Jahrzehntelang hatten die Walliser Obstbauern einzig diese Sorte als anbauwürdig betrachtet. Anfang der 1990er-Jahre wurden aber Anbauversuche durchgeführt, um die Sortenvielfalt zu erweitern und die Qualität zu verbessern – und dies mit Erfolg. Heute werden im Wallis um die 50 Sorten angebaut, wodurch die Produktion erhöht und die Saison verlängert werden konnte. Früher dauerte die Ernteperiode gerade mal ein bis zwei Wochen, während sie heute von Juni bis gar Ende September reicht.

In diesem Sommer erntet Fux wieder eine ganz neue Aprikose. «Sie heisst Ilona. Eine tolle Sorte. Die Aprikosen können länger gelagert werden, sie sind schmackhafter und sehen dazu auch noch besser aus», schwärmt Fux.

Die Walliser Aprikose auf neuen Wegen

Die Sortenvielfalt nimmt ständig zu. So wertet Agroscope im Forschungszentrum Conthey über 150 neue Sorten aus. Dabei wird geprüft, ob sie für die Walliser Klima- und Bodenverhältnisse geeignet sind. Dabei wird auch der Ur-Aprikose Luizet weiterhin Beachtung geschenkt. «Wir züchten neue Aprikosensorten auf der Basis der Luizet. Das Aroma soll schliesslich das gleiche bleiben», erklärt der Leiter des Agroscope Conthey Christoph Carlen.

Aber die Walliser Aprikose soll eben nicht nur gut schmecken, sondern auch resistenter werden. Vor allem gegen Krankheiten. Ferner soll sich aber auch die Erntezeit weiter verlängern.

Bald sollen wieder neue Sorten auf den Markt kommen, verrät Carlen. «Wir lancieren demnächst die «Mia» und die «Lisa». Diese zwei neuen Sorten seien schon nahe dran, an einer Super-Aprikose. «Sie sind resistent gegen verschiedene Krankheiten, haben das Aroma der Luizet und sind gut lagerbar.» Trotzdem sagt Carlen, sei das Optimum noch nicht herausgeholt, weshalb die Forschung noch lange weitergehe.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Robin Grogg (Robin)
    Wieso versucht man Gottes-Schöpfung immer wieder zu optimieren? Um am Ende festzustellen, dass die Ernte perfekt ist, aber das Erbgut im Samen zu schwach ist um wieder einen neuen Baum wachsen zu lassen? Damit sich wieder zig Bauern das Leben nehmen wie in Indien oder auch Frankreich, weil sie so abhängig sind von den den Lieferanten, welche die Preise machen? Und der Konsument immer nur das "Beste" haben muss?
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    1. Antwort von Paula Studer (Paula Studer)
      @Grogg Was heisst hier das Beste? Ich weiss ja nicht, wie alt sie sind, aber ich mag mich noch gut daran erinnern, wie die Aprikosen vor so 40 Jahren geschmeckt haben. Zuckersüss, leicht weich und einfach HIMMLISCH gut. Nicht wie dieses steinharte, nach nichts riechende, übergrosse, wassergefüllte Etwas, das man uns als Super-Dooper-Aprikosen verkaufen will in den Läden. Ich hab letzthin wieder mal eine Aprikosenwähe gemacht, aber ich hätte mir die Mühe sparen können mit diesen "tollen"Früchten!
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