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Klimaaktivist Kerim Klenja spricht über die Herausforderungen im 2019 und die Pläne für 2020
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 02.01.2020.
abspielen. Laufzeit 07:17 Minuten.
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Aufreibendes Klimajahr «Wir sind an unsere Grenzen gestossen»

Schülerinnen und Schüler, Lehrlinge und Studentinnen: Tausende gingen 2019 auf die Strasse. Der Höhepunkt der Klimabewegung in der Schweiz war der 28. September, als in Bern zehntausende Menschen für mehr Klimaschutz demonstrierten.

Kerim Klenja aus Münsingen half, die verschiedenen Aktionen und die Grossdemo zu organisieren. Trotz grossem Engagement und zeitweiliger Überforderung will er sich auch im neuen Jahr fürs Klima einsetzten.

Kerim Klenja

Kerim Klenja

Klimaaktivist

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Der 21-jährige Biologielaborant engagiert sich bei der Klimajugend. Er lebt in Münsigen bei Bern und hat mazedonische Wurzeln.

SRF News: Sie haben 2019 entschieden, sich für den Klimaschutz zu engagieren. Weshalb?

Kerim Klenja: Schon als kleines Kind habe ich mich fürs Thema interessiert. Doch damals gab es noch keine vergleichbare Bewegung und das Thema rückte für mich in den Hintergrund. Letztes Jahr ging ich dann an die eine oder andere Demo. Mir wurde bewusst, dass ich bei der Bewegung dabei sein will.

Das Klima war das Thema im 2019. Haben Sie damit gerechnet?

Nein, am Anfang nicht. Zuerst konnte man meinen, es sei ein Hype. Doch mit der Zeit merkte man, dass das Klima die Diskussionen beherrschen wird. Mittlerweile ist die Klimaerwärmung Dauerthema und unsere Bewegung omnipräsent.

Was bedeute das für Sie?

Das ist natürlich schön. Denn das ist der erste Schritt zu einem Wandel. Doch es passiert noch zu wenig und es wird noch zu wenig unternommen. Unsere Sorge ist, wie wir noch mehr Menschen erreichen können.

Ende September kam es in Bern zu einer grossen Demonstration. Das Thema ist ein Dauerbrenner. Und dennoch – so zeigte auch die UNO-Klimakonferenz in Madrid – tut sich die Weltgemeinschaft schwer mit dem Klimaschutz. Setzt bei Ihnen nach der Euphorie nun die Ernüchterung ein?

Ernüchterung würde ich das nicht nennen. Wir haben fürs neue Jahr viele Ziele.

Kann man von einem Kater sprechen?

Ja, von einem kurzen Kater schon. Es ist viel passiert im 2019. Wir sind psychisch und physisch an unsere Grenzen gestossen. Doch wir sind alle noch immer motiviert. Der Klimawandel wartet nicht.

Was meinen Sie genau, wenn sie davon sprechen, dass Sie an Grenzen gestossen sind?

Wir arbeiteten manchmal Tag und Nacht, rannten von Sitzung zu Sitzung, koordinierten und gaben Interviews. Viele von uns machten das neben ihrer Arbeit, der Schule oder dem Studium.

Ich habe 80 Prozent gearbeitet und daneben jede freie Minute in die Organisation der Klimastreiks gesteckt.

Ich habe zum Beispiel 80 Prozent gearbeitet und daneben jede freie Minute in die Organisation der Klimastreiks gesteckt. Ich übernachtete sogar in den Sitzungsräumen.

Hatten Sie manchmal genug?

Ja. Nach der grossen Demonstration im September reiste ich zwei Monate durch Europa – mit dem Zug natürlich. So konnte ich etwas abschalten. Nach der Rückkehr war klar, dass ich künftig einen nachhaltigeren Aktivismus betreiben will, also mich weniger verausgabe. Trotzdem werde ich 2020 weitermachen und helfen, den grossen Klimastreik im Mai zu organisieren.

Viele Menschen
Legende: Am 28. September 2019 gingen in Bern Zehntausende auf die Strasse. Keystone

Das Gespräch führte Thomas Pressmann.

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44 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Den jungen Menschen möchte ich ans Herz legen sich AUCH intensiv mit politischen Theorien auseinanderzusetzten und sich vor Begriffen, die nicht so stromlinienförmig in den aktuellen Diskurs passen, nicht scheuen. Wer Französisch mag, äusserst interessant und in der heutigen Zeit verankert die PhilosophInnen wie Isabelle Garo, Alain Denevault. Beide regen zum Denken, zur kritischen Auseinandersetzung an. Wohltuend in Zeiten der Vergrauung, der Stag-Nationen und der schleichenden Entmutigungen.
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    1. Antwort von Franz Giger  (fjg)
      Bei der fortschreitenden Digitalisierung und einhergehend zunehmender Verschmutzung der Muttersprache durch Anglizismen wird es totsicher bereits an der Kenntnissen der französischen Sprache scheitern.
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  • Kommentar von Franz Giger  (fjg)
    Sehen wir es doch realistisch: Trotz anhaltendem grossen Geschrei wird immer mehr geflogen, immer mehr Auto gefahren, der Fleischkonsum steigt auch kontinuierlich. Gemäss einer Umfrage (ich "hasse" zwar jede Umfrage) gaben 90% der Deutschen vor dem Einsteigen in den Flieger freimütig zu, dass ihnen der Klimahype egal sei und sie keineswegs ein schlechtes Gewissen hätten.
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    1. Antwort von Reto Derungs  (rede)
      Das ist auch richtig so. Die Fliegerei macht gerade mal 2,5 % der gesamten menschgemachten CO2-Emissionen aus. Wenn wenn wir nicht mehr fliegen würden wären immer noch 97,5 % der Emissionen da. Die Energiewende bringt da viel mehr als das Verzichten aufs Fliegen. Ich fliege zwar höchstens einmal pro Jahr, aber das mit gutem Gewissen.
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  • Kommentar von Peter Näf  (Napp)
    Die Rettung der Welt liegt nicht in den Händen der Menschen, sondern die Rettung der Menschen liegt in den Händen Gottes!
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    1. Antwort von Pascal Odermatt  (PDOdermatt)
      Und welcher Gott soll das sein? Bis sich die Menschheit auf einen Gott einigen kann der/dem der Auftrag ueberreicht werden soll die 'Welt zu retten', die er/sie wohl auch nocht selbst erschaffen haben soll, ist die Menschheit nicht mehr auf diesem Planeten.
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    2. Antwort von roland goetschi  (pandabiss)
      „ Ich fühle mich nicht zu dem Glauben verpflichtet, dass derselbe Gott, der uns mit Sinnen, Vernunft und Verstand ausgestattet hat, von uns verlangt, dieselben nicht zu benutzen.“ Galileo Galilei
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    3. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Hr. Näf, unabhängig davon wie recht Sie haben, entbindet uns Menschen das von keiner einzigen Entscheidung, Tat oder Massnahme das allermöglichste von unserer Seite zu tun. Deshalb ist Ihre Aussage im Zusammenhang gesehen trotzdem abzulehnen.
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    4. Antwort von Silvan Karrer  (Kosmopolit)
      Welchen Gott? Ihren Gott? Ich glaube nicht an Gott aber hoffe auf das Gute! Aber wenn sich im Bezug auf das Klima etwas bewegen soll dann müssen wir Menschen die Ärmel hochkrempeln und ein Umdenken müsste stattfinden!
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