Zum Inhalt springen
Inhalt

Auslagerung bei Meyer Burger Solarzulieferer baut in Thun 100 Stellen ab

Die Firma hatte 2017 bekannt gegeben, dass sie die Produktion in der Schweiz schliesst und teilweise nach China verlegt.

Legende: Video Solarzulieferer Meyer Burger streicht erneut Stellen abspielen. Laufzeit 03:04 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 16.10.2018.

Der kriselnde Solarzulieferer Meyer Burger unterzieht sich erneut einer Restrukturierung. Das Unternehmen verlagert einen wesentlichen Teil seiner weltweiten Vertriebs- und Servicefunktionen für Standard-Photovoltaik-Lösungen von Europa nach Asien, insbesondere nach China.

Mit dem Programm will das Unternehmen die Gewinnschwelle auf rund 250 Millionen Franken senken, wie Meyer Burger in einer Mitteilung bekannt gab. Dem Abbau fallen weitere rund 100 der noch 1'100 Stellen zum Opfer. Das Unternehmen hatte bereits im vergangenen Jahr den Abbau von 160 Arbeitsplätzen angekündigt und die Produktion in Thun eingestellt.

Positiver Einfluss auf Gewinn

Nach vollständigem Abschluss des Restrukturierungsprogramms erwartet Meyer Burger ab dem Geschäftsjahr 2021 einen positiven Einfluss auf den Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) von rund 25 Millionen Franken im Jahr. Drei Viertel der Massnahmen würden voraussichtlich bis Ende 2019 umgesetzt sein.

«Angestellte sind Bauernopfer»

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Die Gewerkschaft Unia fordert in einer Mitteilung die langfristige Sicherung des Standorts Thun-Gwatt. Der Regierungsrat des Kantons Bern müsse die bisherige Task Force zu Meyer Burger reaktivieren und Garantien für die Beschäftigten einfordern.

Der Verband «Angestellte Schweiz» kritisiert in einem Communiqué, dass die Angestellten in Thun die Bauernopfer einer Risikostrategie ihres Managements werden sollen. Das Management solle Ausdauer beweisen und nicht auf das Klumpenrisiko China setzen.

Die Restrukturierung ist keine Überraschung. Meyer Burger hatte bereits zuvor angekündigt, mit einem Massnahmenpaket die Gewinnschwelle auf unter 300 Millionen Franken drücken zu wollen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

19 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Tjaja, und wieder werden die Chinesen mit Auslagerungen aus der CH beglückt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Franz NANNI (igwena ndlovu)
    Auf der einen Seite importieren wir Arbeitskraefte..(Migranten/ PFZler) auf der anderen Seite wird ausgelagert und entlassen... ja so geht doch die Rechnung nicht auf...?! Das wird irgendwann zu einem crash kommen.. denn wenn die arbeitslose Gesellschaft nicht mehr kauft ist auch fuer China ende Musik!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von marlene Zelger (Marlene Zelger)
      Ja, leider! Und die Bundesberner erwachen erst, wenn der Crash passiert ist. Titanic lässt grüssen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von N. Schmid (Schmid)
    Im Gegensatz zu den fossilen Brennstoffen sind PV-Module Schutzzöllen unterworfen und auch deshalb ist dieser Markt enorm unter Druck. PV-Module kosten im Grosshandel nur noch 0.23 CHF/W (pvinsights). Mit den 10 Mrd CHF, welche die Schweiz jedes Jahr für importierte Energieträger bezahlt, könnten für über 40 GW Solarmodule gekauft werden (das AKW Mühleberg hat
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von N. Schmid (Schmid)
      Das AKW Mühleberg hat nicht einmal 1% der Leistung, was man mit unserer jährlichen Energieträgerimportrechnung an Solarmodulen auf dem Grosshandel kaufen kann. Das heisst, das was wir momentan jedes Jahr lieber den Ölscheichen und Gasoligarchen für unsere CO2-Produktion bezahlen, weil in der Schweiz erneuerbare Energien und Elektrifizierung der Wirtschaft (Elektromobilität, Wärmepumpen etc.) nach wie vor kaum gefördert bzw. unnötige Steine in den Weg gelegt werden.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen