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Bahn zwischen Bern und Wallis Bundesrat will Lötschberg-Basistunnel ausbauen

Das jahrelange Lobbying der sieben Kantone hat gewirkt: Der Bundesrat will die ausgebrochene Röhre aufrüsten.

Legende: Video Doris Leuthard zum Ausbau des Lötschberg-Basistunnels abspielen. Laufzeit 00:52 Minuten.
Aus News-Clip vom 31.10.2018.

Zurzeit sind erst 15 Kilometer des 35 Kilometer langen Lötschberg-Basistunnels zweispurig befahrbar. Die östliche Tunnelröhre ist voll in Betrieb. Von der westlichen Röhre sind 14 Kilometer ausgebrochen, es fehlen aber Schienen und Fahrtechnik.

Ausbau seit Jahren gefordert

Der weitere Ausbau wird von der BLS und vom Lötschberg-Komitee seit Jahren gewünscht. In diesem haben sich die Regierungen der Kantone Bern, Freiburg, Wallis, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Neuenburg und Solothurn zusammengetan.

Freude im Kanton Bern

Für den Kanton Bern sei die Aufnahme des Ausbaus des Lötschberg-Basistunnels von grosser Bedeutung, schreibt die Berner Kantonsregierung in einer ersten Reaktion. Denn mit dem Ausbau werden halbstündliche Verbindungen zwischen Bern und Interlaken sowie Bern und Brig möglich. Von der Kapazitätserhöhung profitiere insbesondere auch der überlastete Abschnitt zwischen Bern und Thun.

In die Botschaft des Bundesrats an das Parlament wurde nun die bahntechnische Ausrüstung des ausgebrochenen Abschnitts aufgenommen. Damit wäre der Basistunnel zu rund 83 Prozent doppelspurig befahrbar. Durch den Ausbau können die Kapazitäten gesteigert werden. So ist auf der Intercity-Strecke Bern-Brig ein Halbstundentakt möglich.

Positiv fürs Wallis

Die Reaktionen auf den Entscheid des Bundesrats, den Lötschberg-Basistunnel nun doch auszubauen, liessen nicht lange auf sich warten. «Für das Oberwallis ist das eine sehr positive Nachricht», sagt CVP-Nationalrätin Viola Amherd. Sie ist auch Geschäftsführerin des Lötschberg-Komitees. Nun sei der Ausbau des Halbstundentaktes möglich und auch die Kapazitäten beim Güterverkehr könnten gesteigert werden. «Mit diesem Ausbauschritt wird nun erfüllt, was die Kantone schon lange fordern.»

Alle Ausbauschritte, die der Bundesrat plant, sollen 12 Milliarden Franken kosten. Die Massnahmen sollen bis 2035 realisiert werden.

Die Forderung, den Lötschberg-Basistunnel durchgehend zweispurig auszubauen, ist älter als der Tunnel selbst. Das Lötschberg-Komitee ist politisch in der halben Schweiz abgestützt und lobbyiert seit Jahren für den Vollausbau.

Ungeachtet des politischen Kampfes hat BLS Alptransit am Lötschberg geplant und bereits Anfang Jahr erste Resultate vorgelegt. Es ging dabei auch darum, die Grundeigentümer frühzeitig an Bord zu holen.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (jolanda)
    Nochmals: Als es beim Bau des Lötschberg-Basistunnels aus finanziellen Gründen keine zweispurige Fahrstrasse geben durfte, wurde nach der eingleisigen NEAT die ganze Bauinfrastruktur abgebaut. Jetzt muss alles wieder herangekarrt und aufgebaut werden, um die (bereits vorgelochte) 2. Röhre endlich ausbauen zu können! Nun spielen die enormen Mehrkosten natürlich keine Rolle mehr und der "Vater des Lötschberger-Basistunnels" (der Kandersteger Bundesrat) ist längst pensioniert!
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  • Kommentar von Urs Sahli (sahliu)
    Sorry man erlaube mir zu lachen.Von Anfang an ein Unverständnis warum nicht den Lötschberg 2-gleisig ausbauen? Unnötige neue Bauinstalationen etc. Zusatzkosten spielen keine Rolle. Der gutmütige Bürger zahlt ja gerne Steuern für den geplanten Ausbau. Von Anfang an wusste man, dass unbedingt eine 2. Röhre unabdingbar ist. Seldwyla lässt grüssen.
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    1. Antwort von Josef Beeler (Beelerwatt)
      Es ist alles andere als zu lachen, was seinerzeit der Oberspar-Bundesrat Stich, seines Zeichens Finanzminister, durchgestiert hat. Dass es heute das fünf- bis zehnfache kosten wird, war allen vernünftigen Leuten schon damals klar. Aber eben, es musste gespart werden, koste es was es wolle. Die Frage ist nur: Haben alle hystherischen Spar-Politiker aus diesem Beispiel etwas gelernt? Ich glaube kaum.
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