Zum Inhalt springen
Inhalt

Bellwald im Wallis Zuviel Kurtaxen kassiert

Laut Bundesgericht hat Bellwald 700'000 Franken zuviel Kurtaxen einkassiert. Muss die Gemeinde das Geld zurückzahlen?

Legende: Audio Bellwald hat ein grosses Problem mit der Kurtaxe abspielen. Laufzeit 06:05 Minuten.
06:05 min, aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 30.11.2018.

Mehrere Walliser Gemeinden haben in den letzten Jahren zuviel Kurtaxen von den Zweitwohnungsbesitzern verlangt. So auch die Gemeinde Bellwald. Das Bundesgericht hält in seinem Urteil fest, dass Bellwald den Zweitwohnungsbesitzern nicht pauschal 54 Nächte, sondern nur rund die Hälfte verrechnen dürfe.

Gemeindepräsident Martin Bittel sagt : «Wir gingen von einer anderen Berechnungsgrundlage aus. Jetzt müssen wir prüfen, ob und an wen wir Geld zurückzahlen müssen.»

Laut dem Walliser Zweitwohnungs-Experten und Anwalt Aron Pfammatter ist es trotz des Urteils nicht klar, ob die Gemeinde allen Zweitwohnungsbesitzern den vollen Betrag zurückerstatten muss. Pfammatter sagt: «Zurückbezahlen muss die Gemeinde Geld an den Einsprecher und an alle Zweitwohnungsbesitzer, die ihre Rechnungen unter Vorbehalt bezahlt haben. Es ist juristisch umstritten, ob und wieviel Geld sie an die Personen zurückbezahlen muss, die ihre Kurtaxen ohne Vorbehalt bezahlt haben.»

500'000 Franken Nachtragskredit

An der gestrigen Urversammlung genehmigten die Stimmbürger von Bellwald einen Nachtragskredit von 500'000 Franken als Rückstellung, falls die Gemeinde die Kurtaxen zurückbezahlen muss.

Arbeitsgruppe eingesetzt

Die Gemeinde Bellwald hat rund 700'000 Franken zuviel Kurtaxen einkassiert und dieses Geld bereits investiert. Aufgrund des Bundesgerichtsentscheids muss sie nun ein neues Kurtaxenreglement ausarbeiten. Dazu hat sie eine Arbeitsgruppe eingesetzt.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Ernst von Allmen (MEVA)
    Die Gemeinde Champéry basiert die Zweitwohnungs Taxe auf 50 Nächte zu CHF 8.50 pro m2 bis zu 20m2 Wohnfläche. Ab 21m2 bis 220m2 ist die Taxe degressiv von CHF 8.50 bis CHF 6.50 Ab 220m2 wird eine Pauschal Taxe von CHF 1‘430.00 berechnet. Basiert auf das Urteil vom Bundesgericht werden wir in Champéry über den Tisch gezogen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Adi Berger (Adi B.)
    Ferienwohnunseigentümer zahlen aufgrund eines vollen Jahreseigenmietwerts und/oder Mieterträgen Einkommenssteuern sowie anteilmässig Vermögens- und Liegenschftensteuern. Auch gewebsmässige Beherberger versteuern ihren Betriebsgewinn. Kurtaxen sind eine ungerechte Belastung zumal auch bei einer Abschaffung der Eigenmietwerte diese Entlastung für Zweitwohnungen nicht virgesehen ist.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen