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Bern Freiburg Wallis Berner Sozialtherapeut muss 13 Jahre hinter Gitter

Im Berner Missbrauchsprozess ist der angeklagte Sozialtherapeut zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren und einer stationären Massnahme verurteilt worden. Von einer Verwahrung sah das Regionalgericht in Bern ab.

Therapeut mit einem Kind im Arm, beide gepixelt.
Legende: Der Sozialtherapeut hat fast 30 Jahre lang behinderte Kinder mehrmals täglich missbraucht. Keystone

Der 57-jährige Mann hatte gestanden, über einen langen Zeitraum 114 Behinderte in mehreren Heimen sexuell misshandelt zu haben. Wegen Verjährung ging es vor Gericht noch um 33 Fälle. Schuldig gesprochen wurde der Mann unter anderem wegen Schändung und sexuellen Handlungen mit Kindern, Abhängigen und Anstaltspfleglingen.

«Extrem» sei nicht nur die Zahl der Übergriffe, sagte Gerichtspräsident Urs Herren bei der Urteilsverkündung. Extrem sei auch der Deliktzeitraum von mehreren Jahrzehnten.

Behinderte Betroffene decken Fall auf

Beim Aktenstudium habe er sich oft gefragt, wie es dem Mann möglich gewesen sei, über so lange Zeit so viele Delikte unentdeckt zu begehen, sagte Herren. Dass es sich bei den Opfern mehrheitlich um schwerstbehinderte Jugendliche und Kinder handle, sei ein Stück weit eine Erklärung.

Herren nannte «ein Beispiel besonderer Unverfrorenheit». Dabei ging es um den Übergriff auf ein dreijähriges Mädchen während einer Autofahrt. Die Mutter des Kindes am Steuer habe nichts mitbekommen, hatte der Sozialtherapeut ausgesagt.

Ans Licht kamen die Taten erst im März 2010 im Kanton Aargau, nachdem zwei Bewohner eines Behindertenheims ihren Eltern von sexuellen Kontakten mit ihrem Betreuer erzählt hatten. Der Mann wurde darauf an seinem Wohnort im Berner Oberland verhaftet. In der Folge gab er die zahlreichen früheren Missbräuche zu.

Harsche Vorwürfe an die Heimbranche

Die Heimbranche musste sich unangenehme Fragen gefallen lassen zur Tatsache, dass der Sozialtherapeut immer wieder neue Anstellungen gefunden hatte, obwohl er zum Teil als schwierig und unkooperativ eingeschätzt wurde.

Heime und Behindertenverbände lancierten daraufhin eine Charta unter dem Titel «Wir schauen hin!». Die Unterzeichner verpflichteten sich darin zu einer Null-Toleranz-Politik und zu Präventionsmassnahmen.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von alma lüscher , bern
    könnten man nicht dieses bild vom mann mit dem kind auf dem sofa löschen. es ist für alle normalen menschen die ohne böse absicht ein kind auf ihrer schoss eine provokation, eine zumutung. die zeichnngen aus dem gericht sollten für die illustration reichen. keine strafe kann diesen untaten gerecht werden und den schmerz der opfer lindern.
  • Kommentar von B. Küng , Biel
    Meiner Meinung nach muss mit Verwahrung als Massnahme vorsichtig umgegangen werden, aber in diesem Fall ist Verwahrung angebracht und unbedingt erforderlich!
    1. Antwort von F. Mayer , Biel
      @B. Küng, Biel: Das sehen wir Grüne komplett anders!
  • Kommentar von Björn Christen , Bern
    Wow, nur 13 Jahre für 33 x Kindsmissbrauch. Das ergibt unter dem Strich 143.78 Tage Knast pro Missbrauch (für all anderen Vorfälle sitzt er gar nicht). Lächerlich! Willkommen im Justizirrenhaus Schweiz!