Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Doch kein Campus für Burgdorf? So reagiert der Stadtpräsident abspielen. Laufzeit 02:19 Minuten.
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 16.07.2019.
Inhalt

Bildungscampus Burgdorf Jetzt geht der Streit wieder los

Weil die Finanzkommission keinen neuen Investitionsfonds will, droht die Regierung mit der Streichung des Campus.

Die Stadt Burgdorf soll einen neuen Bildungscampus erhalten. Den dafür nötigen Planungskredit hat der Grosse Rat im März 2018 genehmigt – ebenso wie den Kredit für den Bau eines neuen Gebäudes für die Berner Fachhochschule in der Stadt Bern im Weyermannshaus.

Doch jetzt ist unklar, ob die beiden Projekte wie geplant auch realisiert werden. Das erstaunt, denn: Wo die Berner Fachhochschule ihre Standorte hat, ist seit Jahren ein Politikum im Kanton Bern.

Die lange Vorgeschichte

Schon mehrmals wurde die Standortfrage der Berner Fachhochschule geklärt, wurden Entscheide gefällt, Schlussstriche gezogen – und doch immer wieder neu debattiert.

Bern oder Burgdorf – das ist die Frage

Die Berner Fachhochschule ist derzeit auf rund zwei Dutzend Gebäude in Bern, Biel und Burgdorf verteilt. 2012 beschloss der bernische Grosse Rat, in Biel einen neuen Campus zu bauen und die bisherigen Burgdorfer Standorte nach Biel zu verlegen. Seither stritten sich Bern und Burgdorf darum, wer die übrigen Departemente erhält. Dieser Streit wurde eigentlich 2016 beigelegt.

Im Campus Weyermannshaus sollen ab 2026 die Departemente Gesundheit, Soziale Arbeit und Wirtschaft, die Musik- und Bühnendisziplinen der Hochschule der Künste, das Rektorat und der Bereich Services vereint sein. Im Campus im Burgdorfer Gsteig-Areal soll ebenfalls 2026 die Technische Fachschule Bern einziehen. Zudem sind auch Bauten für das Gymnasium Burgdorf vorgesehen.

2017 entschied der Grosse Rat, nicht erneut über die Standortfrage der Fachhochschule zu disktutieren. 2018 genehmigte er die nötigen Kredite für die Projektplanung – in Bern und Burgdorf.

Die Standortfrage wäre gelöst gewesen, doch da der Kanton Bern hohe Schulden hat, muss die Regierung ihre Ausgaben sorgfältig planen und führt eine Prioritätenliste. Auf dieser Liste sind die Projekte nach Dringlichkeit geordnet. Um die Projekte zu finanzieren, will die Regierung im Gesetz einen speziellen Fonds verankern.

Doch die Finanzkommission hat sich am Dienstag gegen diesen Fonds ausgesprochen. Im Gegenzug droht nun die bernische Regierung, das Projekt in Burgdorf ganz zu streichen und den Campusneubau in Bern um fünf Jahre zu verschieben.

Wut in Burgdorf

Der Burgdorfer Stadtpräsident und SP-Grossrat Stefan Berger versteht nicht, weshalb der Regierungsrat den Campus im Emmental nun wieder in Frage stellt: «Das geht gar nicht», so seine erste Reaktion. Es habe schliesslich bereits einen politischen Entscheid zugunsten des Campus gegeben. «Jetzt zu sagen, dass dem nicht so sei, das ist für uns unakzeptabel. Und es zeugt von einer schwachen Finanzpolitik.»

Alles oder nichts – diese Art von Politik kann ich nicht akzeptieren.
Autor: Stefan BergerBurgdorfer Stadtpräsident

Es müsse zuerst über andere alternative Finanzierungsmöglichkeiten diskutiert werden, bevor das Projekt leichtfertig abgeschossen werde. Die Regierung drohe jetzt nur mit dem Aus des Campus, um die Politikerinnen und Politiker, die dafür kämpften, auf ihre Seite zu ziehen.

Die Finanzdirektorin widerspricht

Auch für die bernische Finanzdirektorin ist der Entscheid der Finanzkommission eine schlechte Nachricht. Sie ist enttäuscht über deren Haltung, den Fonds nicht zu unterstützen. Sie widerspricht dem Vorwurf, die Parlamentarierinnen und Parlamentarier auf ihre Seite ziehen zu wollen.

Wir müssen priorisieren. Das ist schmerzhaft.
Autor: Beatrice SimonFinanzdirektorin Kanton Bern

Wenn es keinen Fonds geben, sei klar, dass es auch keinen Campus in Burgdorf geben könne. Und das sei schon lange klar: «Wir haben von Anfang an transparent kommuniziert. Wir haben immer gesagt, dass wir für dieses Projekt den Fonds brauchen.»

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.