Der «Gradmesser» der Walliser Politiker

Reinhard Eyer geht nach 36 Jahren in Pension. Er wird fehlen. Denn: Viele Journalisten und Politiker haben sich am langjährigen Wallis-Korrespondenten orientiert.

Reinhard Eyer war der erste, der regelmässig für das Schweizer Radio aus dem Kanton Wallis berichtete. Und ihn interessierte mehr als bloss «Skandale und Folklore», wie er am MäntigApéro extra in Brig sagte.

Vielen Politikern war das sympathisch. Staatsrätin Esther Waeber-Kalbermatten etwa stellte sich immer zuerst den Fragen von Reinhard Eyer: «Ich habe stets gespannt gewartet, bis er mich angerufen hat», so die Walliser Sozialdirektorin. Erst danach beantwortete sie die Fragen der anderen Journalisten.

Geschätzt von Berufskollegen

Der ehemalige stellvertretende Chefredaktor des «Walliser Boten», Luzius Theler, würdigte seinen langjährigen Weggefährten als «immer sachlich und fair». Regionaljournal-Leiter Peter Brandenberger erzählte von Eyers' stetem Bestreben «sein Wallis» auf der Redaktion in Bern möglichst gut und differenziert zu präsentieren.

Reinhard Eyer lag in den letzten 36 Jahren viel daran, den Kanton in all seinen Facetten darzustellen und auch aus dem Alltag der Walliserinnen und Walliser zu berichten. Nun freut er sich auf den Ruhestand. Und darauf, mehr Zeit für seine Enkel und die Suche nach Kristallen in den Bergen zu haben: Der Journalist ist leidenschaftlicher Strahler.

Grosses Interesse

Unter den 130 Zuhörern im Zeughaus Kultur in Brig waren zahlreiche Politiker, aber auch viele neugierige Hörerinnen und Hörer aus allen drei Kantonen. «Ich hätte es immer bereut, wäre ich heute nicht gekommen», meinte eine Zuhörerin nach der Veranstaltung.