Der Kanton Bern will das ewige Eis besser erforschen

In den Berner Alpen sind rund 12 Prozent des Bodens das ganze Jahr über gefroren. Der Klimawandel setzt diesem Permafrost-Boden allerdings zu. Um Genaueres herauszufinden, richtet der Kanton einzelne Messstellen ein. Die erste wird oberhalb von Kandersteg realisiert.

Ein Berg mit Schnee und Eis. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In diesem Gebiet des Doldenstocks, oberhalb von Kandersteg, soll die neue Messstation gebaut werden. zvg/Volkswirtschaftsdirektion

Anfang August soll die Messstelle an der Nordwestflanke des Doldenstocks durch die kantonale Abteilung Naturgefahren gebaut werden, wie die Volkswirtschaftsdirektion mitteilte. In Bohrlöchern zeichnen die Messstellen die Temperatur in verschiedenen Höhenlagen auf und erfassen so den Einfluss der Erwärmung auf den gefrorenen Boden.

Dort wo bisher Gletscher und Permafrost lockeres Gestein zusammenhielten, beginnt es zu bröckeln, wenn der eisige Kitt fehlt. Die Folge sind Murgänge, Rutschungen sowie Fels- und Steinschlag. Auch die Wasserwege im Boden können sich verändern.

Die tauenden Böden sind unter anderem auch für Infrastrukturen im alpinen Gelände eine Herausforderung, etwa für Passstrassen oder Skianlagen.

Vier bis sechs Stationen geplant

Im Berner Oberland liefert bis jetzt lediglich eine Station Messdaten. In den nächsten Jahren will der Kanton Bern deshalb vier bis sechs neue Stationen bauen. «Andere Kantone, wie zum Beispiel Wallis und Graubünden, sind bei der Erforschung des Permafrosts viel weiter als der Kanton Bern», sagt Nils Hählen, der Leiter Naturgefahren im kantonalen Amt für Wald.