In Fotofallen getappt Der Luchs fühlt sich wohl im Berner Oberland

Untersuchungen zeigen: Im östlichen Berner Oberland hat es mehr Luchse als in anderen Gebieten der Schweiz. Deshalb fordern Berner Jäger den Abschuss oder die Umsiedlung des Raubtiers.

Luchs im Schnee Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Luchs B375 tappte am 6. Dezember 2016 in die Fotofalle oberhalb von Zweilütschinen. ZVG/KORA

Auf hundert Quadratkilometer Fläche leben südlich des Thuner- und Brienzersees über 3 Luchse. Zu dieser Schätzung kommt die Koordinationsstelle für Raubtierökologie und Wildtiermanagement (Kora) anhand ihres ersten Fotofallen-Monitorings.

Insgesamt tappten in der Untersuchungsregion 15 erwachsene Luchse und bis zu acht Jungtiere ins Bild. Die Fotofallen waren im vergangenen Winter während 60 Nächten aufgestellt.

Zweithöchste Population

Die geschätzte Luchspopulation im östlichen Berner Oberland liegt höher als in anderen Gebieten der Schweiz. Nur im südlichen Jura hat es geschätzt noch mehr Luchse.

Hier fühlt sich der Luchs wohl Kora

Für die Berner Jäger sind die neusten Zahlen eine Bestätigung: Aus ihrer Sicht hat es seit Jahren zu viele Luchse im Berner Oberland. «Jetzt muss der Kanton handeln», sagt Lorenz Hess, Präsident des Berner Jägerverbandes.

Mit einem Vorstoss im Kantonsparlament wollen die Jäger erreichen, dass der Kanton den Luchsbestand reguliert. Heisst: Entweder sollen Tiere eingefangen und umgesiedelt oder sogar abgeschossen werden. Dafür ist jedoch eine Bewilligung des Bunds nötig.

Da es sich um das erste Monitoring dieser Art handelt, könne noch keine Aussage zur Entwicklung der Luchspopulation im östlichen Berner Oberland gemacht werden, heisst es im Bericht der Kora.

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