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Deutsch und Französisch Staatlich verordnete Zweisprachigkeit im Kanton Bern?

Zu oft werde die Zweisprachigkeit als Bürde gesehen, sagt eine Kommission. Der Kanton solle mehr daraus machen.

Der Kanton Bern soll seine Zweisprachigkeit besser nutzen, fordert eine von der Kantonsregierung eingesetzte Expertenkommission. Die Zweisprachigkeit solle als Chance gelten, sich gegenüber anderen Kantonen zu profilieren.

46 Empfehlungen gibt die Expertenkommission – eine Auswahl

  • Romands anlocken: die Niederlassung von Französischsprachigen fördern
  • Zweisprachiges Personal in der Verwaltung: Kompetenzen in der zweiten Amtssprache bei Anstellungen prüfen und Sprachkompetenzen lohnrelevant machen
  • Schulaustauschprojekte: auf allen Schulstufen einen obligatorischen Austausch einführen
  • Sprachunterricht verbessern: unter anderem durch mehr Lehrkräfte der jeweils anderen Muttersprache und durch anspruchsvollere Lehrmittel
  • Mehr Geld: einen kantonalen Fonds schaffen, aus dem Projekte zur Förderung der Zweisprachigkeit unterstützt werden
  • Gesetze: Rechtsgrundlagen zum Thema überarbeiten und ein Zweisprachigkeitsgesetz erlassen

Im Kanton Bern sprechen rund elf Prozent der Bevölkerung hauptsächlich französisch.

Die Kommission wurde von Ständerat Hans Stöckli (Biel) präsidiert. Er sagte bei der Präsentation des Berichts vor den Medien, es brauche einen Paradigmenwechsel: Der Kanton Bern müsse künftig den Mehrwert der Zweisprachigkeit in den Vordergrund rücken, nicht die Kosten.

Wir schlagen einen Paradigmenwechsel vor.
Autor: Hans StöckliLeiter der Expertenkommission zur Zweisprachigkeit

Die Zweisprachigkeit sei zum Beispiel eine kulturelle Bereicherung. Sie trage zur Anpassungsfähigkeit der Bewohnerinnen und Bewohner bei und sei ein Element eines attraktiven Wohn-, Tourismus- und Wirtschaftsstandorts.

Was Bern mit diesem Bericht zur Zweisprachigkeit geleistet habe, sei schweizweit einzigartig, sagt Historiker Bernhard Altermatt. Er forscht rund um die Mehrsprachigkeit und war ebenfalls in der vom Kanton eingesetzten Expertengruppe. «Das ist ‹du jamais-vu›, da könnten sich andere Kantone inspirieren lassen.»

Wenn Altermatt die zweisprachigen Kantone Bern, Freiburg und Wallis vergleicht, sieht er bei allen besondere Stärken. Ein Amt für Zweisprachigkeit wie in Bern gebe es zum Beispiel nicht in den andern beiden Kantonen. «Und Bern macht viel punkto Übersetzungen.» Freiburg investiere im höheren Bildungswesen viel in die Zweisprachigkeit, von den Berufsschulen bis zur Universität. Das Wallis wiederum sei mit Schüleraustauschen sehr erfolgreich.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Mike Sterchi (sterchim)
    Als Zweitsprache hat eine Landessprache Priorität! Also liegt der Kt. Bern voll richtig. Das schliesst ja das Erlernen einer weiteren Sprache nicht aus.
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  • Kommentar von Samuel Hilty (Samsare)
    Man würde besser mal die Zweisprachigkeit Deutsch-Englisch weiter fördern! Die Welt wird immer internationaler und auf dem Arbeitsmarktist daher Englisch die gefragte Sprache..! Ich sehe hier dringenster Bedarf, wenn ich bedenke, wieviele in meinem alter (~20 Jahre) ungenügende Englischkenntnisse mitbringen um diese bei der Arbeit wirklich verwenden zu können. Und mit den anderen Landesteilen kann man im Notfall ja immer noch Englisch sprechen...
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    1. Antwort von Fabrizio Gamp (Fgamp)
      Dito, in Deutschschweiz wärs Deut.&Engl. Mehrsprachigkeit ist begrüssenswert, aber die dritte Sprache Franz. muss nicht bereits in Primarschule begonnen werden... Logisches Denken bzw. Einführung in eine simple Programmiersprache sollte unterstützt werden. Schulzeit soll genützt werden, um Kinder auf heutige Arbeitswelt vorzubereiten und ihnen die gefragten&zahlreichen Jobs zu ermöglichen. Siehe www.srf.ch/news/regional/bern-freiburg-wallis/thymio-kommt-ins-klassenzimmer-ein-roboter-macht-schule
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