«Die meinen immer, Fribourg sei nur welsch»

Mit Erwin Jutzet und Beat Vonlanthen treten gleich beide deutschsprachigen Freiburger Staatsräte bei den kommenden Wahlen nicht mehr an. Braucht es überhaupt eine Deutschfreiburger Vertretung in der Regierung?

Erwin Jutzet und Beat Vonlanthen lachen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Sie haben gut lachen: Erwin Jutzet (links) und Beat Vonlanthen können den kommenden Wahlen gelassen entgegensehen. Keystone

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Freiburger Wahlen '16

Freiburger Wahlen '16

Alle Informationen zu den kantonalen Wahlen vom 6. und 27. November finden Sie im Dossier von SRF.

Zehn Jahre lang haben sich Beat Vonlanthen und Erwin Jutzet in der Kantonsregierung gemeinsam für die Anliegen Deutschfreiburgs stark gemacht. Und beide sind überzeugt: Es braucht unbedingt deutschsprachige Vertreter im Staatsrat.

«Es gibt immer wieder Sachen, bei denen die Sensibilität für die deutsche Minderheit gefragt ist», sagt Erwin Jutzet, und windet seinem Kollegen ein Kränzchen: «Ich denke an die Bahnhofbeschriftung Fribourg/Freiburg, da hat Beat immer wieder nachgebohrt.»

«  Da hat Beat immer wieder nachgebohrt. »

Erwin Jutzet
über Beat Vonlanthen

Dieser gibt die Blumen gleich zurück: «Wenn ich denke, was Erwin angestossen hat im Schwarzsee mit dem Ausbildungszentrum für Zivildienstleistende.» Beide sind sich einig: Es braucht Vertreter aus beiden Sprachregionen im Staatsrat.

«  Wenn ich denke, was Erwin angestossen hat im Schwarzsee. »

Beat Vonlanthen
über Erwin Jutzet

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  • Beat Vonlanthen (59, CVP) wurde 2004 in den Staatsrat gewählt. Er war zuerst Raumplanungs-, dann Baudirektor. 2015 wurde er in den Ständerat gewählt.
  • Erwin Jutzet (65, SP) wurde 2006 in den Staatsrat gewählt. Er hatte stets die Sicherheits- und Justizdirektion inne.

Es gilt als wahrscheinlich, dass auch nach den Wahlen mindestens ein Deutschsprachiger als Staatsrat amtet. Es ist jedoch auch möglich, dass es nur einer sein wird. Das sei den Teufel an die Wand gemalt, gibt sich Beat Vonlanthen gelassen: «Die Bevölkerung ist sich bewusst, dass es eine angemessene Vertretung der sprachlichen Minderheit braucht».

Wenn das Deutsche aber so wichtig ist in der Regierung, warum wird dann – an Medienkonferenzen, im Grossen Rat oder im Staatsrat – fast nur französisch gesprochen? «Nicht alle Kollegen verstehen richtig Deutsch», so Erwin Jutzet. «Ich würde lieber Deutsch sprechen. Aber in Gottes Namen, der Sache zuliebe spricht man halt lieber Französisch.»

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 6:32/17:30 Uhr)