Männliche Gewaltopfer Ein Männerhaus für die Stadt Bern geplant

In der Stadt Bern soll ein Männerhaus seine Türen öffnen. Betreiben will es der Aargauer Verein «ZwüscheHalt». Die Nachfrage steige, jedes vierte Gewaltopfer sei männlich.

Der Aargauer Verein «ZwüscheHalt» betreibt seit 2009 ein Schutzhaus für gewaltbetroffene Männer im Kanton Aargau. Nun will er nach Bern expandieren.

Mann und Frau in weisser Kleidung. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Männer würden meist nur als Täter genannt. Die Statistik zur häuslichen Gewalt spreche aber eine andere Sprache. Keystone

Die Nachfrage steige stetig, teilt der Verein mit. «Männer werden meist nur als Täter genannt, obwohl die offiziellen Opferzahlen der Polizeikriminalstatistik eine andere Sprache sprechen», schreibt der Verein. «Jedes vierte Opfer ist männlich. Die Dunkelziffer wird von Experten als sehr hoch eingeschätzt.»

Zuflucht für Männer

Das Angebot richtet sich an Männer, die physisch, psychisch oder sexuell misshandelt wurden oder die von ihren Familienangehörigen bedroht oder stark kontrolliert werden. Das Haus soll auch Zuflucht bieten für Männer, die nach einer Auseinandersetzung die gemeinsame Wohnung verlassen wollen oder müssen, etwa im Zug einer polizeilichen Wegweisung.

Nun sucht die Institution ein Haus oder eine Wohnung mit 4,5 bis 6 Zimmern in der Stadt Bern. Auch in Luzern gibt es Pläne für ein Männerhaus.