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Welche technischen Hilfsmittel helfen in Zukunft bei der Altenpflege? Die Reportage
abspielen. Laufzeit 05:08 Minuten.
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Freiburger Projekt So lebt es sich in einem Seniorenheim der Zukunft

Eine Roboterkatze, Licht per Sprachsteuerung und digitale Erinnerungen: Diese Technologie erleichtert die Altenpflege.

Wir werden immer älter. Im Kanton Freiburg beispielsweise werden 2035 doppelt so viele über 65-Jährige leben als heute. Auch die Anzahl Pflegebedürftige wird sich fast verdoppeln, gleichzeitig fehlt das Pflegepersonal. In Freiburg werden in einer Modellwohnung deshalb neuste Technologien vorgestellt, die das Wohnen im Altern erleichtern können.

Wer macht mit?

Die Plattform Gérontopôle Freiburg vereint verschiedene Akteure im Bereich der Alterspflege: Pro Senectute, den Alzheimerverein, die Spitex, die Hochschule für Gesundheit und Rentnervereine. Zusammen haben sie in Freiburg eine Modellwohnung eingerichtet.

Die moderne Technologie soll die Sicherheit der älteren Menschen erhöhen, ihnen soziale Kontakte ermöglichen, sie in der Pflege unterstützen und die Senioren mobiler machen. «Heute wollen wir, dass die Leute so lange wie möglich gut in ihrer Wohnung leben können», sagt Jean-Marc Groppo, Direktor von Pro Senectute Freiburg.

2.5-Zimmerwohnung voller Technik

Eine Computerstimme gibt das Wetter bekannt und schaltet auf Kommando das Licht aus. «Das ist gut, gerade für einsamere Leute», sagt Ruth Lehmann vom Freiburger Spitex Verband. Auch wenn einem bewusst sei, dass die Stimme einem Roboter gehört, könne man so immerhin kommunizieren.

Ein Mittel gegen Einsamkeit ist auch eine Roboterkatze. Ein Vorteil gegenüber einer echten Katze sei, dass diese Katze keine Haare verliert, erklärt Lehmann. «Zudem sucht sie ständig Zuneigung». Und tatsächlich: Die Katze miaut wie ein richtiges Tier.

Eine Frau hält eine Roboterkatze auf ihrem Arm.
Legende: So sieht sie aus, die Roboterkatze. Sie gibt Geräusche von sich, wenn sie Zuneigung will. Patrick Mülhauser/SRF

Die Modellwohnung wird überwacht – per Videokamera an der Wand. Allerdings wird das Bild nicht hochauflösend übertragen, die Pflegeperson oder die Familie sieht nur Umrisse. Das erlaubt es, im Notfall einzugreifen und trotzdem die Privatsphäre des Seniors oder der Seniorin zu wahren.

Die Videoüberwachung dient alleine der Sicherheit.
Autor: Ruth LehmannPro Senectute Freiburg

Zur Ausstattung der Modellwohnung gehört auch eine moderne Brille. Damit können Menschen an Orte reisen, die sie besucht haben oder ein Spiel spielen. «So können wir das Gehirn und die Beweglichkeit trainieren», sagt Ruth Lehmann.

Eine VR-Brille.
Legende: Diese 3D-Brille erlaubt es, virtuell in neue oder bekannte Welten einzutauchen. Patrick Mülhauser/SRF

Die einzelnen Geräte können individuell angepasst werden – via App. Auch die Toilette. Der Bewohner oder die Bewohnerin kann dort die Stärke der Wasserdusche verstellen.

Eine Frau programmiert per App die Toilette.
Legende: Per App kann das WC für einzelne Personen unterschiedlich programmiert werden. Patrick Mülhauser/SRF

Auch das Bett ist topmodern und mit Sensoren ausgestattet. Steht die Person auf, geht das Licht an.

Wie beliebt ist die Wohnung?

Viele Fachleute haben am internationalen Tag der älteren Generation die Show-Wohnung besichtigt. «Die Schwellenfreiheit ist für mich genauso wichtig wie die Technologie», sagt die Architektin Beatrix Jeannottat von der Schweizerischen Beratungsstelle für Unfallverhütung. Die Wohnung ermögliche es künftigen Generationen, länger zuhause zu wohnen.

Die Technik kann das Wohnen erleichtern.
Autor: Beatrix JeannottatBeratungsstelle für Unfallverhütung BFU

Ernst Gerber ist Direktor des Pflegeheims Plaffeien und sagt: «Technologie erstetzt das Zwischenmenschliche nicht». Er sei sich jedoch bewusst, dass künftige Generationen diesbezüglich agiler sein werden. Sie würden die Technik wohl immer mehr als eine Selbstverständlichkeit betrachten.

(SRF 1, Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 12:03/17:30 Uhr; kocm;gygm)

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Nicola Harrison  (Nicola Harrison)
    Vorbeugen ist die "Medizin" - eingeübte Bewegung bzw. Lebensgewohnheiten (was wir essen, trinken, denken, tun und glauben) trägt auch im Alter mit; falsche Gewohnheiten erschweren das Leben und führen in Alters-/Pflegeheimen zur Unselbständigkeit. Übrigens Essen, Trinken und Medikamente ist nicht die Ruhigstellung des Alters und ein eigenes Hallenbad mit Duschen trägt zum gesunden Klima einer Gemeinschaft bei!
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  • Kommentar von Peter Müller  (PeRoMu)
    Meine Erfahrung bei der Pflege meines Vaters im Alters-/Pflegeheim: Ich würde in die gute Führung des Heims investieren, denn was ich diesbezüglich erlebt habe, war 'unter aller Kanone'. Und dann würde ich dem Pflegepersonal praktische Hilfsmittel zur Verfügung stellen, damit nicht die falschen Medikamente verabreicht werden, nach der Wäsche nicht die Kleider anderer Bewohner/-innen angezogen werden, etc. Glauben Sie mir: In Alters-/Pflegeheimen fehlt es an den BASICS, nicht an Robotern.
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  • Kommentar von Tom Duran  (Tom Duran)
    Statt den Senioren Pfleger und Betreuer vorzusetzen sollte man die Menschen dazu anregen, sich gegenseitig zu helfen so weit es geht. Dazu braucht es keine teuern Projekte und erst recht nicht noch mehr Gesetze und Regeln, dazu braucht es nur eines: Menschlichkeit. Vielleicht sollten wir wieder dorthin zurück und den ganzen Regulierungsquatsch in die Sondermüllverbrennung werfen. Der Mensch kommt an erster Stelle, erst dann folgen Paragraphen, Zahlen und Kosten.
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