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Für mehr Tierwohl: Rahel Schelbert vom Bundesamt für Landwirtschaft über das neue Kontrollsystem
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 01.07.2020.
abspielen. Laufzeit 03:45 Minuten.
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Gegen Tierleid Bauernbetriebe mit Mängeln werden stärker kontrolliert

Die Kontrolle von Landwirtschaftsbetrieben ist neu ausgerichtet worden: Problematische Betriebe sind nun mehr im Fokus.

Bauern, die ihre Tiere in zu kleinen Gehegen halten, sie zu wenig füttern oder im Dreck liegen lassen – bisher mussten sie wenig Kontrollen fürchten. Im Lauf von vier Jahren musste ein Landwirtschaftsbetrieb in der Schweiz gründlich in allen Bereichen kontrolliert werden. Und die Behörden hatten zunehmend Probleme mit dem Aufwand.

Zu wenig «risikobasierte Kontrollen»

Die Kontrollen der Landwirtschaftsbetriebe wurden in den letzten Jahren immer umfangreicher, wegen der wachsenden Zahl von Direktzahlungsprogrammen. «Dies hatte zur Folge, dass insbesondere die risikobasierten Kontrollen zu kurz kamen.» Das teilen das Bundesamt für Landwirtschaft (BWL), der Kanton Bern und der Verein Kontrollkommission für umweltschonende und tierfreundliche Landwirtschaft gemeinsam mit.

Oder mit anderen Worten: «Im bisherigen System hatte sich ein Giesskannen-Prinzip etabliert», sagt Rahel Schelbert vom BLW. Gezielte Kontrollen aufgrund von Risikofaktoren – nebst den Grundkontrollen – habe es vorher auch schon gegeben, «allerdings in einem sehr kleinen Umfang».

Verschlag mit kleinem vergittertem Fenster, dahinter zwei Hühner
Legende: Hühner auf einem Bauernhof in Wolfhalden AR, der 2017 wegen Verstössen gegen die Tierschutzgesetzgebung geräumt wurde. Keystone/KOMMUNIKATIONSDIENST AR

Seit Anfang Jahr werden die Landwirtschaftskontrollen in der Schweiz nach einem neuen System durchgeführt. Betriebe mit Mängeln werden häufiger kontrolliert, jene ohne Mängel und Risiken weniger oft. Das geänderte Kontrollwesen wurde am Mittwoch in Zollikofen (BE) vorgestellt.

Zwei Arten von Kontrollen

Mit sogenannten Grundkontrollen wird jeder Direktzahlungsbetrieb in einem regelmässigen Abstand standardmässig kontrolliert, künftig mindestens zweimal innerhalb von acht Jahren, zu saisonal unterschiedlichen Zeitpunkten.

Bei den risikobasierten Kontrollen werden Betriebe gezielt aufgrund von Risikokriterien ausgewählt und kontrolliert. Das betrifft Betriebe, die schon einmal Mängel aufwiesen, die wesentliche Änderungen in der Betriebsstruktur vornehmen oder bei denen ein begründeter Verdacht besteht; sie werden häufiger kontrolliert. Und statt 10 Prozent sind neu 40 Prozent der Kontrollen unangemeldet.

Wir können Landwirtschaftsbetriebe, die negativ aufgefallen sind, nun öfter kontrollieren.
Autor: Markus RichnerLeiter Direktzahlungen im bernischen Amt für Landwirtschaft und Natur

Das neue Kontrollsystem habe im Kanton Bern dazu geführt, dass mehr Ressourcen für die Kontrolle von besonderen Risiken eingesetzt werden können, sagt Markus Richner, Leiter Direktzahlungen im Amt für Landwirtschaft und Natur. «Wir sind in der Lage, Landwirtschaftsbetriebe, die negativ aufgefallen sind, öfter zu kontrollieren.»

So werde gewährleistet, dass nur Betriebe, welche die geltenden Anforderungen einhalten, im vollen Umfang von Direktzahlungen profitieren. Im Kanton Bern finden jährlich über 6000 Kontrollen auf Landwirtschaftsbetrieben statt.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 12:03/17:30 Uhr;

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Aber Frau Beetschen, weshalb hinterfragen Sie, es sind ja glückliche Tiere, dass sie nun gefressen werden. Aber Schluss mit Zynismus. Ich verstehe es auch nicht. Aber unsere Gesellschaft braucht Selbsttäuschung
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  • Kommentar von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
    "Bauern, die ihre Tiere in zu kleinen Gehegen halten..." Was in der Nutztierhaltung verboten, wird zunehmend für Menschen zur Norm: Nicht artgerechte Massenkäfighaltung! Unsere Jugend, aufgewachsen in öden Betonwüsten, zugedröhnt von Elektronik, synthetischer Freizeitbeschäftigung, Drogen, Lärm, Gestank und wohl bald urbane Landwirtschaft. Töggelnde Roboter mit Scheuklappen. Natur, gehört in der kleinen CH nicht mehr zum Alltag, Wirtschaft und Wachstum, Vermögen und Konsum haben Priorität!
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  • Kommentar von Tom Maier  (MaTo)
    a fond perdu 70K pro Jahr bekommen und stardadmässig 2 mal innerhalb von 8 Jahren kontrolliert werden ob man richtig arbeitet.
    Sorry, .. aber das müsste man mal auf normale Arbeitnehmer / Selbstständige übertragen.. .
    Unsere Landwirtschaftspolitik läuft grundfalsch, hier werden an eine kleine Gruppe grosse Beträge ausbezahlt und die Empfänger werden mal alle 4 Jahre kontrolliert ob sie keine Gesetzte brechen.
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    1. Antwort von Ulrich Thomet  (UTW)
      Das ist kein a fond perdu Betrag. Sämtliche DZ sind mit geforderten Massnahmen verknüpft, sie sind nicht "verloren". Es gibt sehr viele Kontrollpunkte, die einmal erfüllt (z. B. bauliche Anforderungen, Ökoflächen) kaum mehr geändert werden und deshalb nicht jährlich kontrolliert werden müssen.
      Der Fokus auf risikobasierte Kontrollen im Bereich Tierhaltung bringt mehr, als eine Standardkontrolle wo Lücken in einem Formular gesucht werden.
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    2. Antwort von Tom Maier  (MaTo)
      Hr Thomet, besten Dank für Ihre Antwort, .. da der Steuerzahler und Konsument die Endprodukte mit hohen Preisen einerseits berappen muss und anderseits für eine gesetzeskonforme Arbeit der Landwirtschaft ein zweites Mal noch mal zahlt - bei den Direktzahlungen - ist es umgangssprachlich doppelt gemoppelt.
      Sie können das so vergleichen; Sie zahlen für den Gipser den doppelten Preis damit er ihnen eine Wand aufstellt - und dann MUESSEN Sie ihm noch 3000 CHF Trinkgelt geben damit ers richtig macht
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    3. Antwort von Ulrich Thomet  (UTW)
      Der Weltmarktpreis für eine Gipswand dürfte ein Bruchteil einer schweizer Gipswand betragen. Da der CH Gipser hier Steuern zahlt, hier Sozialabgaben entrichtet, hier Vorleistungen einkauft, mit seinem Konsum die CH Wirtschaft unterhält, finde ich den CH Preis absolut gerechtfertigt.
      Falls er zusätzlich staatliche Angebote nutzt, welche mit Zusatzaufwand verbunden sind, sollte dieser Zusatzaufwand durch den Staat bzw. Steuerzahler getragen werden.
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