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Bern Freiburg Wallis Jung, ohne Job und von der Sozialhilfe abhängig

Statt in das Berufsleben zu starten, beziehen 30`700 junge Erwachsene ihr Einkommen vom Staat. Jeder achte Sozialhilfebezüger in der Schweiz ist zwischen 18 und 25 Jahre alt. Gelingt es diese Personen nicht in den Arbeitsmarkt zu integrieren, wird es für die Gesellschaft rasch sehr teuer.

Legende: Video Jung, ohne Job und von Sozialhilfe abhängig abspielen. Laufzeit 12:10 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 11.08.2016.

Je länger jemand von der Sozialhilfe lebt, desto schwieriger wird es für ihn davon wieder loszukommen. Dies zeigen die Erfahrungen von Bund und Kantonen. Verbleiben junge Sozialhilfebezüger ein Leben lang in der Sozialhilfe, verursacht dies für den Sozialstaat und später für die Wohngemeinde extrem hohe Kosten. Die Gründe für die Abhängigkeit von der Sozialhilfe in jungen Jahren sind vielfältig: Keine abgeschlossene Berufslehre, schlechte Sprachkenntnisse oder missglückte Integration sind einige davon - Schweiz aktuell hat in der Stadt Biel zwei junge Sozialhilfebezüger getroffen.

Aischa wurde mit 18 schwanger und brach die KV-Lehre ab

Aischa war eine begabte Schülerin und schaffte es als Kind von türkischen Gastarbeitern bis auf die Handelsschule. Doch dann durchkreuzte die Liebe ihre Berufspläne. Mit 18 wurde sie schwanger, heiratete und brach die KV-Lehre ab. Nach der Scheidung von ihrem Ex-Mann meldete sie sich beim Sozialamt an. Heute lebt sie mit ihrer Tochter von 1200 Franken im Monat. Doch Aischa will weg von der Wohlfahrt, sie fühlt sich in ihrem Leben eingeschränkt, kontrolliert und durchleuchtet.

Sergio lebt von 13 Franken pro Tag

Sergio wurde mit 11 Jahren von seinen Pflegeeltern aus Portugal in die Schweiz geholt und adoptiert. Seine Integration verlief von Anfang an schwierig, unter anderem, weil seine Eltern kein Portugiesisch verstanden. Sergio rebellierte zu Hause, in der Schule und bekam Probleme mit den Ordnungshütern. Der 20 Jährige hat in dieser Zeit zudem Schulden angehäuft, welche es abzustottern gilt, heute lebt er von 13 Franken Sozialhilfe im Tag.

Biel will die Schraube bei den Jungen anziehen

Den Einzelschicksalen zum Trotz, will der Bieler Sozialdirektor, Beat Feurer, die Schraube bei den jungen Sozialhilfebezüger anziehen. Wie er dies bewerkstelligen will, erklärt er im Interview mit Moderatorin Sabine Dahinden.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli von Känel (uvk)
    Natürlich müssen sich alle Jungen Mühe geben, selber einen Beitrag zur Integration zu leisten. Es gibt keinen roten Teppich dafür. Aber: Die öffentliche Hand wird immer mehr zum Sparen angehalten. Das Geld dort wird knapper. Folgendes könnte helfen: Das Steuergesetz anpassen, d. h: endlich die Pauschalsteuer- wo noch vorhanden - abschaffen, grosses Kapital/Eigentum wesentlich höher besteuern. Ziel: Ausgleich schaffen zwischen Reich und Arm zur Förderung des sozialen Friedens.
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  • Kommentar von Ueli von Känel (uvk)
    Natürlich müssen sich alle Jungen Mühe geben, selber einen Beitrag zur Integration zu leisten. Es gibt keinen roten Teppich dafür. Aber: Die öffentliche Hand wird immer mehr zum Sparen angehalten. Das Geld dort wird knapper. Folgendes könnte helfen: Das Steuergesetz anpassen, d. h: endlich die Pauschalsteuer- wo noch vorhanden - abschaffen, grosses Kapital/Eigentum wesentlich höher besteuern. Ziel: Ausgleich schaffen zwischen Reich und Arm zur Förderung des sozialen Friedens.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Jeder 8. Sozialhilfebezüber sei ein Jugendlicher, zwischen 18 und 25 Jahren! Ich frage mich, ob bei diesen 30'700 jungen Erwachsenen wirklich alle Möglichkeiten, einen Job zu finden oder auszuführen, gründlich abgeklärt wurden! Sonst ist ja die Mobilität ein Alltagsgeschäft (wenigstens in der Freizeit, Freundinnen-Distanzen oder Sporttätigkeiten!)! Warum wollen viele Junge keinen längeren Arbeitsweg in Kauf nehmen und lieber bereits ALV- oder Sozialbezüger-Kunde werden? Hier müsste Druck kommen!
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