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Legende: Audio «Selbstverständlich soll sich die Kirche einmischen. Die Frage ist nur wie» abspielen. Laufzeit 18:18 Minuten.
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 20.01.2019.
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Kirche und Staat Béatrice Acklin, soll die Kirche einfach die Klappe halten?

Die Kirche soll keine Abstimmungsparolen fassen, findet die Freiburger Politikerin. Einmischen soll sie sich trotzdem.

Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund befürwortet die Energiestrategie 2050 und empfahl deshalb bei der Abstimmung 2017 ein «beherztes Ja» in die Urne zu legen. «Dass verschiedene Kirchenvertreter damit argumentiert haben, dass man aus theologischen Gründen für die Energiestrategie stimmen soll, geht nicht», sagt Béatrice Acklin. «Denn was geschieht mit denjenigen, die sich politisch anders positionieren? Sind das weniger gute Christen oder was?»

Béatrice Acklin

Béatrice Acklin

Theologin und Politikerin

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Béatrice Acklin Zimmermann ist im Kanton Aargau aufgewachsen und lebt heute in Freiburg, wo sie für die FDP im Stadtparlament sitzt. Sie hat in Zürich, Freiburg, Rom und Mailand Theologie und Politikwissenschaften studiert. Heute arbeitet sie für die Paulus-Akademie in Zürich – die Denkfabrik der römisch-katholischen Kirche Zürich.

Als Reaktion auf dieses politische Engagement der Kirche hat die Theologin und Freiburger Stadtpolitikerin auf nationaler Ebene den Thinktank «Politik und Kirche» gegründet – zusammen mit Politikerinnen und Theologen. Es geht darum auszuloten, wie sich Vertreterinnen und Vertreter der Kirche in gesellschaftspolitische Themen einbringen sollen.

Die Kirche soll sicher nicht die Klappe halten. Im Gegenteil.
Autor: Béatrice AcklinTheologin und Freiburger Stadtpolitikerin

Es sei gar nicht etwa so, dass sich die Kirche aus wichtigen gesellschaftspolitischen Themen heraushalten solle, so Béatrice Acklin. «Selbstverständlich soll sich die Kirche zu wichtigen Fragen wie Humanität und Asylrecht äussern. Die Frage ist nur wie.» Bei Abstimmungen eine klare Parole herauszugeben, sei sicher falsch.

Stadtpolitikerin und passionierte Fussballerin

Béatrice Acklin sitzt für die FDP im Stadtparlament von Freiburg. Zudem liebt sie klassische Musik. «Ein Tag ohne Bach ist ein verlorener Tag», meint sie. Regelmässig moderiert sie Musik- und Opernanlässe in Zürich und Freiburg. Ähnlich wie in der Kirche gehe es in der Oper um die ganz entscheidenden Fragen wie Liebe, Tod und Schuld.

Porträt
Legende: Béatrice Acklin vor dem Theater Equilibre in Freiburg. Sie ist ein grosser Opernfan. Patrick Mülhauser/SRF

In jüngeren Jahren spielte Béatrice Acklin Fussball. «Ich konnte mir eine Profikarriere vorstellen», erinnert sie sich. Noch heute fiebert sie während Europa- und Weltmeisterschaften vor dem Fernseher mit. «Die Familie sagt, ich sei unerträglich», erzählt sie lachend. Bei einem Elfmeterschiessen kriege sie jeweils fast einen Herzinfarkt.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)

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12 Kommentare

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  • Kommentar von pedro neumann  (al pedro)
    Die Kirche kann sich politisch äussern, genau deshalb bin ich ausgetreten. Wenn ich eine politische Haltung in einer Organsisation vertreten haben will, trete ich einer Partei bei und nicht einer Kirche. Kirche und Politik sind ein NoGo!
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    1. Antwort von Daniel Matzenauer  (ComingHome)
      Die Trennung von Kirche und Staat scheint ja das Mass aller Dinge zu sein... Ich sehe in unserer Schweizer Gesellschaft nur viele vereinsamte und desorientierte Menschen. Nicht wenige erleiden einen Burnout, und so mancher wäre streng genommen ein Fall für eine psychiatrische Behandlung. Alle 6 Stunden begeht ein Mensch in der Schweiz Selbstmord. - Wenn sich Werte (im Falle der Schweiz christliche Werte) nicht konkret ins politische Tagesgeschäft niederschlagen dürfen - wo dann?
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  • Kommentar von alfred maurer  (zeitgeist)
    Weise Menschen beschlossen einmal die Trennung von Kirche und Staat. - Fundamentalistische religiöse Gruppierungen, welche die Religion über den Staat stellen, machen deutlich, dass man nach wie vor Kirche und Staat trennen sollte. Die Religionsfreiheit in der Verfassung genügt - Menschen die in einer Abhängigkeit zu Institutionen (Kirche) stehen politisch zu beeinflussen (missionieren) geht gar nicht.
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  • Kommentar von Daniel Matzenauer  (ComingHome)
    Warum sollte denn die Kirche keine klaren Wahlparolen bzw. -vorschläge machen dürfen? Schon einmal etwas von "freier Meinungsäußerung" gehört? Und warum sollten diese keine theologischen Begründungen haben dürfen? So weit ich weiß, basiert die gesamte Schweizer Bundesverfassung (siehe Präambel) auf christliche Werte. Sollen diese nun in der Politik nichts mehr zu suchen haben? Das Befinden, die Zukunft der Gesellschaft liegt der Kirche am Herzen - und da soll sie doch aktiv mitgestalten dürfen.
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    1. Antwort von Bendicht Mühlethaler  (Rhenus)
      Natürlich gilt das Recht auf freie Meinungsäußerung auch für die Kirchen: Die dürfen durchaus Abstimmungsparolen verkünden; nur schießen sie damit ein Eigentor. Tagespolitik ist nicht Sache der Kirchen, sondern der christliche Glaube, Leben und Tod, Ethik und Familie. Und da sind die Kirchen ab und zu recht vage und unbestimmt, vor allem die reformierte, der ich selber angehöre.
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    2. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      Die Schweizer Bundesverfassung fusst zu 100% nicht auf christlichen Werten. Sie ist eher ein Folgeprodukt der ersten Verfassung der Schweiz der Helvetik. Diese wiederum basierte auf den Menschrechten die im Aug 1789 während der franz. Revolution ausgerufen wurden und der Aufklärung. Was in unserer BV steht wurde in lang andauernden Kämpfen gegen die Kirche hart erstritten. Eine klare Errungenschaft dieser Zeit ist die Trennung von Kirche und Staat. Kaum zu glauben, dass man das erwähnen muss.
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    3. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      Äussern sie mal ihre Meinung frei in einer evangelikalen Gemeinde, sie werden staunen. Und theologische Begründungen fussen eben nicht auf Tatsachen. Wohin theologische Begründungen führen sehne wir in Afghanistan und Saudi Arabien oder auch in Form der Tea Partiy in den USA und Leuten wie Mike Pence oder Bettsy DeVos. Das wollen sie doch nicht wirklich oder?
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