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Legende: Video Ein Parkplatz auf fünf Wohnungen – das will die Berner Regierung abspielen. Laufzeit 02:44 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 28.05.2019.
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Klimaschutz in Bern Parkplätze weg – fürs Klima

Die Stadt Bern will die Hälfte der öffentlichen Parkplätze aufheben – für den Klimaschutz. Doch das gefällt nicht allen.

Markus Lehmann betreibt im Berner Matte-Quartier ein Gewürzgeschäft. Von der Idee, Parkplätze aufzuheben, hält er nicht viel: «Man muss schon jetzt immer mühsam suchen, bis man einen Parkplatz findet.» Normalerweise benutze er zwar sein Fahrrad. Für die Anlieferung zu seinem Geschäft brauche er aber ein Auto.

Klimaschutz sei ihm wichtig, sagt Markus Lehmann. Aber: «Es ist auch für die Stadt nicht förderlich, wenn am Ende alle Geschäfte aus der Innenstadt wegziehen.»

Auto in blauer Parkzone.
Legende: Davon gibt es in Bern bald weniger: Die Stadtregierung will die Anzahl der öffentlichen Parkplätze halbieren. Keystone

Flugreiseverbot für Stadtverwaltung

Diese Woche hat der Berner Gemeinderat in einem Positionspapier verschiedene Massnahmen für einen effizienteren Klimaschutz veröffentlicht. Vor allem im Verkehrssektor – hauptsächlich beim privaten Autogebrauch – sollen die CO2-Emissionen reduziert werden.

Auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt

In ihrer Energie- und Klimastrategie strebt die Stadt Bern eine «möglichst CO2-freie Mobilität und Wärmeversorgung» an. Zu den 22 Massnahmen gehören:

  • Die Hälfte der rund 17'000 öffentlichen Parkplätze in der Stadt Bern soll aufgehoben werden.
  • Öffentliche Parkplätze sollen teurer werden.
  • Bei Neubauten will die Stadt nur noch einen Parkplatz auf fünf Wohnungen zulassen.
  • Der Ausbau der Fernwärme soll beschleunigt werden.
  • Ein Flugreiseverbot für die Stadtverwaltung soll eingeführt werden.

Der Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried betont die Wichtigkeit der Massnahmen. Zwar sei die Stadt bei den Sparzielen im Wärme- und Gebäudebereich auf Kurs. Im Verkehrsbereich hinke man den Zielen allerdings hinterher: Die von der Mobilität verursachten CO2-Emissionen sollen deshalb bis 2025 um 45 Prozent sinken gegenüber 2008. Dafür brauche es noch mehr Anstrengungen.

Diese Anstrengungen treffen vor allem die Autofahrer: «Wir wollen erreichen, dass das richtige Verkehrsmittel für den jeweiligen Zweck benutzt wird. Unnötige Autofahrten soll es nicht mehr geben», so von Graffenried. Das bringe etwas für den Klimaschutz, aber auch für die Lebensqualität.

«Alles heisse Luft»

Ganz anders sieht das Bernhard Eicher, der Präsident der FDP-Fraktion im Berner Stadtparlament. Seiner Meinung nach ist die rigorose Parkplatzreduktion heisse Luft. «Es gibt Verkehr, der notwendig ist – denn gewisse Leute sind auf ihr Auto angewiesen. Wenn man jedoch Parkplätze reduziert oder Strassen sperrt, dann suchen diese Leute künftig einfach länger nach einem Parkplatz. Das bringt dem Klima gar nichts.» Die FDP werde nun im Parlament versuchen, auf die Massnahmen Einfluss zu nehmen.

Verständnis in der Altstadt

Doch von Seiten des Gewerbes und der Anwohner gibt es nicht nur Kritik. Barbara Geiser, Präsidentin der Altstadtleiste in Bern, will den Wirtschaftsverkehr ebenfalls nicht behindern. Der Privatverkehr ist ihr jedoch ein Dorn im Auge: «Altstädte sind mittelalterlich, sie können nicht mehr umgebaut werden. Es kommen aber immer mehr Leute in die Altstadt. Daher ist es gut, wenn Platz geschaffen wird.» Damit auch für Anwohner und Touristen das Klima besser wird.

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42 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Meier  (H-M)
    Wenn die grünen fürs Klima weniger Parkplätze wollen dann können sie auch gleich ihr Amt abgeben! Solar, Wasser und Wind muss mehr werden aber so lange jeder reklamiert wenn es ein Windrad oder Solarpanel gibt dan passiert eh nichts!!! Wer nicht in der stadt parken kann geht in die Vororte!!
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  • Kommentar von Stephan Locher  (Government hooker1991*)
    Das die Politiker in der Stadt Bern „leider“ sehr links-grün orientiert sind, ist ja mittlerweile vielen klar. Aber diese Forderung ist nun wirklich ein Affront gegen das Gewerbe und alle Menschen, die zum Beispiel Schichtarbeiten (mich eingeschlossen) und daher nicht auf den ÖV ausweichen können. Werde schon mal beten...
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  • Kommentar von Andreas Müller  (Hugh Everett)
    Gestern war ich in einer kleinen popligen deutschen Kleinstadt irgendwo im nirgendwo. Ca 40% der Häuser dort haben Solarzellen auf dem Dach. Es gibt überall Stromtankstellen und speziell dafür eigerichtet gratis Parkplätze! So lässt sich doch CO2 sparen, wenn man denn schon sparen soll. Was machen hingegen die Berner? die bauen ein monstermässig grosse Gaskraftwerk an den Stadtrand! Eine CO2 Bombe par excellence! Dafür dann aber Parkplätze streichen - oh Mann, ist es denn wirklich so schwierig?
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    1. Antwort von Daniel Bucher  (DE)
      Das Gasewerk ist in Bern noch nie produktiv in Betrieb. Die Preise auf dem Markt sind tiefer als die Produktionskosten in Bern. Es würde aber als Backup benötigt, wenn wir in Bern auch so viel Strom aus PV hätten. Denn diese funktionieren nur wenn die Sonne scheint.
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    2. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      Sie wollen mir weis mache, das Gaskraftwerk wäre noch nie in Betrieb gewesen?
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    3. Antwort von Urs Dupont  (udupont)
      Und selbst wenn wir davon ausgehen, dass alle Messwerte einigermassen korrekt sind, stellt sich die Frage, inwiefern ist das CO2 schuld an der Klimaerwärmung. Wenn es während gewissen Zeitabschnitten eine gute positive Korrelation zwischen der CO2 Konzentration und der Temperatur gibt, ist dies noch lange kein Beweis, dass das CO2 der Hauptsünder ist. Man kann ja auch nicht die Schlussfolgerung ziehen, dass der Storch die Babies bringt,wenn die Storchenpopulation und die Geburtenrate korrelieren
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    4. Antwort von Urs Dupont  (udupont)
      Noch mehr CO2 könnte man einsparen, indem man den mit den Solarzellen gewonnenen Strom ins Netz einspeisen würde und dafür weniger Kohlekraftwerk an's Netz hängt oder sogar eines abschalten könnte. Eine Gesamtbilanz zeigt, dass weniger E-Autos, mehr sparsame Benziner und weniger Kohlekraftwerke eine positive CO2 Bilanz haben
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    5. Antwort von Hans Meier  (H-M)
      PV anlagen funktionieren auch wenn es tagsüber keine sonne hat!
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