Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Kleines Gegenkomitee, tiefe Stimmbeteiligung und ein Graben im Kanton: Freiburg-Korrespondent Patrick Mülhauser zum Resultat abspielen. Laufzeit 01:28 Minuten.
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 01.07.2019.
Inhalt

Knappes Ja zur Steuerreform Die bürgerliche Mehrheit in Freiburg sollte sich hinterfragen

Die Freiburger Stimmbevölkerung ist einverstanden: Die Unternehmenssteuern werden von knapp 20 Prozent auf unter 14 Prozent gesenkt. Trotz diesem Erfolg müssen sich die Kantonsregierung und die bürgerliche Mehrheit im Parlament hinterfragen.

Gegner hatten nur wenig Geld

Knapp 56 Prozent Ja-Stimmen sind kein Glanzresultat, wenn man bedenkt, dass eine kleine Gruppe von Privatleuten das Referendum ergriffen hat. Sie legten viel Herzblut an den Tag, hatten für die Kampagne aber nur 10'000 Franken zur Verfügung. Ganz anders die Befürworter: Sie konnten mit vielen Zeitungsinseraten Werbung machen. Mit etwas mehr Gegenwehr hätte der Schuss für die Kantonsregierung und die bürgerlichen Parteien nach hinten losgehen können.

Das Ja zur Unternehmenssteuerreform ist auch wegen der Stimmbeteiliung kein Überzeugendes. Fast drei Viertel der Stimmbürgerinnen und -bürger gingen gar nicht an die Urne. Es war eine komplizierte Vorlage und der kantonale Finanzdirektor Georges Godel sorgte mit seiner Informationspolitik nicht gerade für Klarheit. Zuerst sprach er von einem Steuerausfall wegen der Reform. Als die Abstimmung näher rückte, machte er daraus plötzlich einen Steuergewinn.

Sensebezirk und Dörfer sagten Nein

Die Rechnung ging auf für den Staatsrat, Freiburg kann die Unternehmenssteuern auf das Niveau des Nachbarkantons Waadt senken. Doch die Kantonsregierung muss nach der Abstimmung Gräben zuschütten: Der deutschsprachige Sensebezirk lehnte die Steuerreform mit gut 53 Prozent der Stimmen ab, auch Nein sagten viele Dörfer mit kleinen und mittelgrossen Unternehmen, die nicht von der Steuerreform profitieren. Ihnen muss der Staatsrat beweisen, dass sie – wenn sie schon nichts bekommen – nicht eines Tages dafür zahlen müssen.

Patrick Mülhauser

Patrick Mülhauser

SRF-Korrespondent in Freiburg

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Patrick Mülhauser ist seit 2012 Korrespondent von Radio SRF in Freiburg. Zuvor war der Freiburger ebenfalls für SRF als Westschweiz-Korrespondent tätig.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Adrian Flükiger  (Ädu)
    Da haben die Bürgerlichen ja Schwein gehabt, dass dieses Gegenkomitee nicht mehr Gegendruck aufbauen konnte. Warum im Kanton FR der Widerstand im Gegensatz zu den Kantonen BE und SO nicht breiter abgestützt werden konnte, ist fragwürdig. Es ist deshalb auch eine Niederlage für die Gruppierungen, welche sich in eben diesen anderen Kantonen für die Ablehnung stark ins Zeug gelegt und dort gewonnen haben. So kann das Schmarotzertum der bürgerlichen Seite leider weitergehen. Schade.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen