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Langweilige Wahlen? Die neue Berner Regierung steht wohl schon fest

16 Kandidierende gibt es für den Regierungsrat, aber Spannung kommt vor den Wahlen kaum auf.

Drei der bisherigen Regierungsrätinnen und Regierungsräte des Kantons Bern treten für die Wahlen am 25. März nicht mehr an: Barbara Egger (SP), Hans Jürg Käser (FDP) und Bernhard Pulver (Grüne). Da die bürgerlichen Parteien (SVP, FDP, BDP und EDU) beschlossen haben, nur vier Kandidaten zu stellen, ist davon auszugehen, dass alle Parteien – auch SP und Grüne – ihre Sitze im Regierungsrat halten können. Für die FDP kandidiert Philippe Müller, für die SP Evi Allemann und für die Grünen Christine Häsler.

Erneut kandidieren Christoph Ammann (SP), Christoph Neuhaus (SVP), Pierre Alain Schnegg (SVP) und Beatrice Simon (BDP). (Für Porträts auf die Namen klicken.)

Spannung um den Jura-Sitz?

Einzig um den in der Verfassung garantierten Jura-Sitz, gibt es Konkurrenz. Christophe Gagnebin (SP) soll Gesundheits- und Fürsorgedirektor Pierre Alain Schnegg aus der Regierung drängen. Das ist auch ein Angriff auf die bürgerliche Mehrheit, die seit den Ersatzwahlen 2016 besteht.

Pierre Alain Schnegg mit Blumen.
Legende: Seit 2016 ist die Berner Regierung wieder bürgerlich. Hier der frisch gewählte SVP-Regierungsrat Pierre Alain Schnegg (links). Keystone

Aber: Mit Maurane Riesen (PSA) gibt es eine weitere Kandidatur aus dem Berner Jura und damit Konkurrenz aus dem eigenen Lager für Christophe Gagnebin. «Maurane Riesen wird Gagnebin Stimmen wegnehmen», sagt Politologe Maximilian Schubiger von der Universität Bern. «Aber auch ohne diese Konkurrenz sind die Chancen auf eine Wahl in den Regierungsrat für Christophe Gagnebin nicht sehr gross.» Gagnebin sei im deutschsprachigen Teil des Kantons eher unbekannt und Bern wähle – ausser in den Städten – bürgerlich.

In der Mitte haben sich GLP und EVP für diese Wahlen zusammengetan. Dies erstaunt, denn die beiden Parteien nehmen im Parlament oft unterschiedliche Positionen ein. Dies wird zum Beispiel bei Familien- oder Glaubensfragen offensichtlich. Für die GLP kandidiert Michael Köpfli für den Regierungsrat; für die EVP Hans Kipfer.

Weiter kandidieren für den Regierungsrat (nach Alphabet): Jorgo Ananiadis aus Ostermundigen und Alfred Blaser aus Lützelflüh (Piraten), der Bieler Bruno Moser (Nichtwählerpartei), Yannic Nuoffer aus Belp (Partei National Orientierter Schweizer, Pnos) und der Stadtberner Stefan Theiler (Swiss Rebel Force, SRF).

Die Mitte in Bewegung

Auch die 160 Grossrätinnen und Grossräte des Berner Kantonsparlaments werden am 25. März neu gewählt. Bei den Mitte-Parteien sei am meisten los, sagt Politologe Maximilian Schubiger. «Wenn man die BDP auch zu den Mitte-Parteien zählt, dann wird es spannend zu sehen, ob sie wirklich GLP oder EVP Stimmen wegnehmen kann.» Alle drei Parteien wollen Ende März Sitze dazu gewinnen. Bei der BDP sei nach 2014 – damals verlor die Partei elf ihrer 25 Sitze im Kantonsparlament – eher Schadensbegrenzung angesagt.

Anders die GLP, die immer noch auf dem aufsteigenden Ast ist. Sie werde wohl auch bei den Wahlen Ende März auf Kosten der BDP Stimmen gut machen, so Schubiger. Und auch die Listenverbindung mit der EVP sei eher für die GLP ein Vorteil. «Listenverbindungen helfen dem stärkeren Partner. Also ist die GLP im Vorteil bei der Verteilung der Restmandate.» Für die EVP sei eher Sitzwahrung angesagt.

Bescheidene SVP, angriffige FDP

Bei den Bürgerlichen ist es die FDP, die am meisten Sitze dazugewinnen will – insgesamt fünf. Laut dem Politologen ein sehr hohes Ziel. Die FDP sei eher mitte-rechts verortet und die Wähleranteile in der Mitte seien umstritten. Die SVP, mit knapp 30 Prozent Wähleranteil mit Abstand stärkste Partei im Kanton Bern, hat mit einem Sitzgewinn ein bescheidenes Ziel. Priorität hat für die Partei, die bürgerliche Mehrheit in der Regierung zu halten.

Links-Grün ist zuversichtlich, dass die Empörung gegen das letzte Sparpaket einen positiven Effekt auf die Wahlen hat. Beide Parteien wollen ebenfalls Sitze dazugewinnen – die SP spricht von bis zu vier Sitzen. Politologe Maximilian Schubiger glaubt nicht daran, dass diese Rechnung aufgeht. «Grüne und SP haben zusammen rund 30 Prozent Wähleranteil. Dies zu übersteigen wird schwierig im bürgerlichen Kanton Bern.» Entscheidend sei, wie gut Links-Grün die Wählerinnen und Wähler mobilisieren könne.

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