Menschen des Jahres Lars Leuenberger: «Sie schätzen, dass der Papa immer zuhause ist»

Noch immer wartet der Meistertrainer des SCB auf eine neue Herausforderung als Trainer. Seine beiden Jungs (5 und 3 Jahre alt) schätzen seine «Arbeitslosigkeit» sehr – er selber eher weniger. Ein Gespräch zum Ende eines verrückten Jahres.

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Bildlegende: «Als ich den SCB verlassen musste, wusste ich, dass es schwierig wird»: Lars Leuenberger. Matthias Haymoz/SRF

Die Geschichte liest sich wie ein Rührstück: Lars' Bruder Sven Leuenberger tritt als Sportchef des SCB freiwillig zurück, um Lars den Weg zum Cheftrainer zu ebnen. In extremis führt Lars den SCB in die Playoffs, erfährt aber noch vor der ersten Partie, dass er den SCB Ende Saison verlassen muss – und wird dann mit den Bernern verblüffend Meister.

«Als ich den SCB verlassen musste, wusste ich, dass es schwierig wird», sagt Leuenberger rückblickend. Zwar habe es Angebote und auch Gespräche gegeben, «aber ich bin nicht der einzige, der auf dem Markt ist. Es ist nicht immer einfach, den Job zu erhalten.»

«  Das war der Moment, in dem ich leer schluckte. »

Lars Leuenberger

Den schwierigsten Moment hatte Leuenberger im August zu überstehen, als in der National League A das Eistraining begann. «Der Moment, als es zurück auf das Eis ging, war der Moment, in dem ich leer schluckte.»

Als langjähriger Eishockeyspieler und -trainer ist er sich gewohnt, mit schwierigen Situationen umzugehen. «Aber für meine Situation jetzt habe ich keine Taktik, weil ich das noch nie erlebt habe.» Seit seinem Einstieg als Profi 1994 steht Leuenberger zum ersten Mal ohne Verein da.

Das positive an der Situation: Leuenberger hat viel Zeit für seine beiden Söhne, die fünf und drei Jahre alt sind. «Die Jungs schätzen das sehr, dass der Papa immer zuhause ist.»

«  Ich brauche einen geregelten Tagesablauf. »

Lars Leuenberger

Wobei «immer» nur bedingt stimmt; Leuenberger gibt Trainerkurse in Magglingen, ist Experte auf Teleclub oder besucht andere Trainer im Ausland. «Ich brauche einen geregelten Tagesablauf», sagt er, nichts tun, das könne er nicht.

Was er aus diesem turbulenten Jahr mitnimmt? «Das ich auch in schwierigen Zeiten auf dem Weg geblieben bin, den ich eingeschlagen habe. Dass man nicht den Kopf in den Sand steckt und seinen eigenen Weg geht.»

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 6.32 und 17:30 Uhr)