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Leerwohnungen in Huttwil Der Haken am Bauboom in den Regionen

In Huttwil stehen 300 Wohnungen leer – bei 5000 Einwohnern. Wie viel Wachstum ist noch gesund?

Legende: Audio Bauboom in Huttwil – wie viel ist zu viel? abspielen. Laufzeit 04:54 Minuten.
04:54 min, aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 10.10.2018.

Kühe grasen auf saftigen grünen Wiesen zwischen dem Emmental und dem Oberaargau – hier scheint die Welt in Ordnung. Aber: Fast 15 Prozent der Wohnungen in Huttwil stehen leer, zehnmal mehr als im Schweizer Durchschnitt.

«Wir haben Mehrfamilienhäuser, die zu 20 Prozent belegt sind und andere, die ganz leer sind», sagt Gemeindepräsident Walter Rohrbach. Und in den nächsten Jahren kommen zu den 300 leeren Wohnungen noch 400 neue dazu, die bewilligt oder bereits im Bau sind.

Die Gründe für den Bauboom

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Die rege Bautätigkeit habe vor allem mit den tiefen Zinsen zu tun, sagt Donato Scognamiglio des Beratungsunternehmens IAZI: «Die Investoren bauen auf dem Land, weil hier das Bauland noch bezahlbar ist. Dabei haben sie lieber leere Wohnungen und etwas tiefere Renditen, als auf der Bank Negativzinsen auf ihr Kapital zu bezahlen.»

Doch wie viel Wachstum verträgt es in Huttwil? Gemeindepräsident Walter Rohrbach wünscht sich rund drei Prozent pro Jahr – «das entspricht 150 Neuzuzügern». Christine Seidler der Fachhochschule Burgdorf kann da nur die Stirn runzeln.

Drei Prozent? Das erschreckt mich!
Autor: Christine SeidlerFachhochschule Burgdorf

Sie nennt ein Beispiel: «Zürich wächst in der Schweiz absolut am stärksten pro Jahr – relativ gesehen um etwa ein Prozent. Das ist brutal für eine Gemeinde.» Dass Huttwil nun sogar von drei Prozent spreche, erschrecke sie.

Auch Donato Scognamiglio des Beratungsunternehmens IAZI rät Huttwil, beim Standortmarketing eher auf neue Arbeitsplätze und weniger auf neue Wohnungen. Zumindest dieser Teil ist erfüllt: Huttwil hat einen Werbefilm gedreht, der neue Einwohner – aber auch neue Unternehmen in die Gemeinde locken soll.

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