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Legende: Audio Wie die höheren Kosten zustande kommen abspielen. Laufzeit 01:21 Minuten.
01:21 min, aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 27.03.2019.
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Medikamente Kanton Freiburg Deutlich höhere Preise in Pflegeheimen

Weil Medikamente nicht mehr pauschal eingekauft werden können, sind die Kosten um 60-70 Prozent gestiegen.

Bewohnerinnen und Bewohner der Freiburger Pflegeheime bezahlten bis 2018 deutlich weniger für Medikamente als im Schweizer Durchschnitt – aus zwei Gründen:

  • Heime konnten Medikamente pauschal zu günstigeren Preisen einkaufen.
  • Dank einer Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Apothekern wurden Bewohnern nur so viele Medikamente abgegeben, wie nötig.

Somit mussten auch keine angefangenen Medikamentenpackungen weggeworfen werden.

3.4 Millionen Franken im Jahr mehr

Vor einem Jahr haben die Krankenkassen diesem System den Riegel geschoben. Medikamente gibt es seither nur noch auf Rezept und individuell. Nun zeigt eine Studie der Universitäten Genf und Lausanne, dass die Preise für Medikamente in Heimen um 60 bis 70 Prozent gestiegen sind.

So tief waren die Kosten einmal

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2016 betrugen die durchschnittlichen Tageskosten für Arzneimittel einer Pflegeheimbewohnerin oder eines Pflegeheimbewohners im Kanton Freiburg 4.80 Franken.

Der Schweizer Durchschnitt betrug im selben Jahr 8.55 Franken, also 78 Prozent mehr.

Der Kanton Freiburg rechnet in einer Mitteilung vor, dass die Bewohnerinnen und Bewohner der 42 Heime so jährlich 3.4 Millionen Franken mehr bezahlen müssen. Das sei eine «Verschwendung von Versichertengeldern», welche sich auf die Krankenkassenprämien auswirken werde.

Bundesrat am Zug

Die Krankenkassen argumentierten vor einem Jahr damit, dass die Regelung im Kanton Freiburg nicht vereinbar sei mit einer Verordnung des Bundes. Diese verlange, dass die Krankenkassen Daten zum Medikamentenkonsum ihrer Kunden erheben müssten, was nur bei einer individuellen Abgabe möglich sei.

Runder Tisch geplant

Die Freiburger Regelung ist noch nicht ganz vom Tisch. Der Bundesrat antwortete letzten Herbst auf einen parlamentarischen Vorstoss, dass eine pauschale Medikamentenabgabe sehr wohl möglich sei. Bundesrat Alain Berset will nun einen runden Tisch organisieren.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Runder Tisch hin oder her, was ich allen alten Menschen ans Herz legen möchte, denn diese werden oft zu DauerabenehmerInnen für ein Pharmaindustrie gehegt und gepflegt, dass in regelmässigen Abständen mit ÄrztInnen, die sich Zeit nehmen, überprüft wird, ob und wie viel es von welchem Medi noch braucht? Auch hier gilt, weniger kann mehr sein. UND vielleicht darf es ja mal etwas so altmodisches wie Wasseranwendungen, Wickel und liebevolle Hände sein...
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