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Bern Freiburg Wallis Nach Kirchenasyl in Belp: Eritreer dürfen vorläufig bleiben

Die eritreische Mutter und ihr achtjähriger Sohn dürfen ihr Asylgesuch nun doch in der Schweiz stellen. Das teilte die Reformierte Kirche Belp-Belpberg-Toffen mit. Das Staatssekretariat für Migration bestätigt.

Eine Kirche
Legende: In den Räumen der Kirche Belp haben eine Mutter und ihr Sohn vorübergehend Zuflucht gefunden. zvg/mapio.net

Die Kirche sei «von grosser Sorge um Mutter und Kind befreit und zuversichtlich, dass die beiden in der Schweiz nun Asyl erhalten werden», heisst es im Communiqué. Die Kleinfamilie wehrte sich gegen die Ausschaffung nach Italien gemäss Dublin-Abkommen.

Nach langem Hin und Her sei am Dienstag die Nachricht vom Staatssekretariat für Migration (SEM) eingetroffen, berichteten die Belper Kirchenvertreter: Mutter und Kind dürften nun doch ein Asylgesuch in der Schweiz stellen.

Die Kleinfamilie werde nun umgehend eine neue Aufenthaltsbewilligung und einen Platz in einer Schweizer Asylunterkunft beantragen.

«Die Prüfung der Akten hat zu diesem Entscheid geführt. Das Kirchenasyl war nicht der Grund», sagt Lea Wertheimer, Sprecherin des Staatssekretariats für Migration. Die Schweiz habe die Möglichkeit, zum Beispiel aus humanitären Gründen ein Asylverfahren selbst durchzuführen, auch wenn ein anderer Staat zuständig wäre.

«Psychisch schwer angeschlagen»

Nach ihren Angaben hatten die Frau und ihr Sohn Eritrea im Oktober 2014 verlassen und sich auf die Suche nach dem Vater des Buben gemacht. Anstatt diesen Mann in Libyen zu finden, seien die beiden in Gefangenschaft des «Islamischen Staats» geraten und schwer gefoltert worden. Sie seien psychisch schwer angeschlagen und bräuchten unbedingt weitere Behandlung.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    So leicht (mit Hilfe der "Religion"), lässt sich also die "politische Schweiz" immer wieder erpressen! Wir haben ein geltendes Asylgesetzt und sind beim Schengen-Abkommen (gut) zahlendes Mitgliedland! Solche falsche (gesetzeswidrige) "Gutmensch-Aktionen" sprechen sich schnell in den Warteräumen Nordafrikas durch! Die Völkerwanderung wird weiterhin via "Asyl-Anträge" Richtung Schweiz unterwegs sein!
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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Die Kleinfamilie wehrte sich gegen die Ausschaffung nach Italien gemäss Dublin-Abkommen. Warum musste es umbedingt die Schweiz sein? Das muss einen Grund haben. Italien ist auch ein sicheres Land. In der Schweiz ist man finanziell auf der besseren Seite. Verstehe die vielen Ausnahmen nicht. Ich gönnen es ihnen aber, was das Asylgesuch betrifft, dass man mich nicht falsch versteht. Fragen bleiben aber...
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