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Die Besetzung ist beendet
Aus Tagesschau vom 10.10.2019.
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Nach Räumung der Polizei Die Besetzung des Altersheimes in Zollikofen ist beendet

Am Donnerstagmorgen ist die Polizei zur Tat geschritten und räumte im Auftrag der Gemeinde die Liegenschaft.

  • Mit einem Grossaufgebot hat die Kantonspolizei Bern das besetzte ehemalige Betagtenheim in der Berner Vorortsgemeinde Zollikofen geräumt.
  • Die Räumung erfolgte ohne Zwischenfälle. 19 Personen wurden im Zuge des Einsatzes angehalten.
  • Eine Gruppierung von rund 100 Personen hatte sich vor einer Woche Zutritt verschafft und besetzte das zehnstöckige Gebäude.

Seit über einem Jahr steht das ehemalige Betagtenheim in Zollikofen leer. Das Besetzerkollektiv hat das Gebäude sichtbar verändert: Farbige Fassade, versprayte Fenster, Transparente.

Wem gehört das Haus – und was passiert damit?

Momentan ist das Haus noch in Besitz der Gemeinde. Doch sie will es der Gebäudeversicherung Bern verkaufen. Die Verträge existieren bereits. Dereinst soll ein Mehrgenerationenhaus entstehen.

Anfang 2020 startet das Baubewilligungsverfahren – was auch bedeutet, dass ein Umbau frühestens in mehreren Monaten beginnen kann.

Die rund 100 Besetzerinnen und Besetzer wollen laut einer Mitteilung aus dem ehemaligen Betagtenheim selbst ein offenes Haus machen, wo Wohnen und Kultur niederschwellig möglich sei. Ihnen gehe es um eine Aktion gegen die Wohnungsnot. Zwei Mal wurde ihnen letzte Woche von der Gemeinde ein Ultimatum gestellt, doch sie entschieden sich, im Haus zu bleiben.

Die Gemeinde toleriert die Besetzung nicht

In der Bevölkerung der Gemeinde Zollikofen löste die Besetzungsaktion beiderlei Reaktionen aus – Zustimmung wie Ablehnung. Für Gemeindepräsident Daniel Bichsel (SVP) ist die Situation unhaltbar: «Wir haben Mühe, wenn man ein Haus illegal in Anspruch nimmt. Das duldet der Gemeinderat nicht.»

Man habe den Besetzern die Chance gegeben, das Haus selbst zu verlassen. Nach zwei verpassten Terminen hat die Gemeinde die Sache der Kantonspolizei übergeben. Wie die Polizei auf Anfrage bestätigt, gehe es bei ihrem Auftrag darum, die Liegenschaft ihrem rechtmässigen Besitzer – der Gemeinde Zollikofen – zurückzugeben.

Die Räumung ist vorbei

Am frühen Donnerstagmorgen rückte die Kantonspolizei Bern aus. Mehrere Kastenwägen und Polizisten waren vor Ort. Der Einsatz ist vorerst abgeschlossen. Die Lage blieb ruhig, bestätigt ein Sprecher der Kantonspolizei Bern gegenüber dem Regionaljournal.

EIn Polizist steht vor dem besetzten Haus.
Legende: Marielle Gygax/SRF

Im zweiten Obergeschoss trafen die Polizisten auf eine grössere Personengruppe. 19 Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 48 Jahren wurden in der Folge gruppenweise und ohne Gegenwehr angehalten und für weitere Abklärungen in Räumlichkeiten der Polizei gebracht, wie diese mitteilte.

Sämtliche angehaltenen Personen wurden nach erfolgten Abklärungen wieder entlassen. Sie müssen gemäss Mitteilung der Berner Kantonspolizei mit einer Anzeige rechnen.

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32 Kommentare

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  • Kommentar von David Kummer  (Philidor)
    Wer hier findet, eine Besetzung sei illegal und müsse deshalb schnellstmöglich diskussionslos beendet und die „Täter“ hart bestraft werden, hat zwar rein juristisch recht, macht es sich aber zu einfach. Wer Gebäude besitzt, hat auch eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Gebäude leer stehen zu lassen (weil man sie irgendwann abbrechen und gewinnbringend ersetzen will) ist schlicht egoistisch, ob als Besitzer(in) eines leeren Altersheims (Gemeinde) oder eines leer stehenden Hotels.
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    1. Antwort von Irene Dirren  (Rugi64)
      Philidor: Ihrer Meinung nach sollte wer Besitz hat, ihn am Besten der Gesellschaft übertragen und ja nicht Gewinnbringend verkaufen? Manchmal stehen Gebäude leer und das gibt niemandem das Recht sie zu besetzen! Wo bleibt die Verantwortung der Hausbesetzer gegenüber der Gesellschaft? Wer bezahlt den entstandenen Schäden? Vermutlich sind da auch wieder die Anderen schuld.
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  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Zweifellos ist es nicht so ohne weiteres verständlich, wenn öffentliche (und auch andere) Gebäude während Monaten und Jahren leer stehen. Mit Besetzungen durch Chaoten wird das Problem jedoch keineswegs gelöst. Im Gegenteil, praktisch überall haben Besetzer zusätzliche Probleme wie z.B. Lärm, Unrat, Beschädigungen usw. verursacht. In den meisten Fällen pfeifen Besetzer auf Recht und Anstand.
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    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Doch, es ist sehr leicht verständlich, vor allem heutzutage wo manchmal Umnutzungen oder bauliche Veränderungen Monate- oder gar Jahrelang durch Einsprachen blockiert werden.
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  • Kommentar von Martin Schläppi  (Tinel)
    Gut gemacht und jetzt bitte sofort einkassieren, sieht ja schrecklich aus das Gebäude. Schaden durch 100 geteilt sollte zahlbar sein!
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    1. Antwort von roland goetschi  (pandabiss)
      Ja das Gebäude sieht wirklich schrecklich aus. Aber die Schuld hat doch der Architekt der es dazumal geplant hat.
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