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Wasserkraft im Kanton Bern Neuer Trift-Stausee: BKW und KWO wollen es wagen

390 Millionen für den Trift-Stausee sind ein unternehmerisches Wagnis, das sich trotz tiefer Strompreise auszahlen soll.

Der Wandel vom Triftgletscher zum Stausee-Projekt.
Legende: Wo 1948 noch der Trift-Gletscher war (links), soll 2028 der Stausee hin (rechts). Das Trift-Projekt der KWO. zvg KWO

Die Botschaft von BKW-Konzernchefin Suzanne Thoma am 8. bernischen Wassertag steht quer zur heutigen Wirtschaftslage der Wasserkraft: Eine Investition von 390 Millionen in einen neuen Trift-Stausee im Gadmertal samt Kraftwerk sei vertretbar.

Wir suchen als Unternehmen und Investor einen Weg, damit solche Investitionen wieder möglich werden.
Autor: Suzanne ThomaKonzernchefin BKW

Voraussetzung: Der Bund leistet eine Hilfe von 40 Prozent und die Energiepreise steigen leicht. Denn der Triftsee mit seinen 85 Millionen Kubikmeter Wasser wäre quasi eine riesige Batterie. Er speichert das Wasser des Sommers für den Winter, wo Wind und Sonne nicht genug Energie liefern.

Warum rentiert der neue Stausee und alle andern nicht?

Für KWO-Direktor Daniel Fischlin ist das Projekt eine Chance. Kein Standort sei besser geeignet als die Trift, um den steigenden Bedarf nach Speicherkapazität zu schaffen. Zum Beispiel auch, um die Leistungsschwankungen von Wind- und Sonnenenergie auszugleichen.

Aber warum braucht es dafür einen neuen Stausee? «Weil die anderen Stauseen eigentlich Durchlaufkraftwerke sind. Da muss man den Strom verkaufen, wie auch immer die Preise sind. Bei der Trift könnten wir gezielt nach Bedarf produzieren».

Das Projekt ist mutig, aber interessant. Wer nur immer auf bessere Zeiten wartet, verdient auch kein Geld.
Autor: Rolf WüstenhagenProfessor an der Universität St. Gallen

Professor Rolf Wüstenhagen von der Universität St. Gallen erachtet das Trift-Projekt als unternehmerisch interessant. «Dafür spricht, dass der Sommerstrom in den Winter verlagert wird. Eine Garantie, Geld zu verdienen, gibt es zurzeit bei keinem Kraftwerkprojekt. Aber nur warten, bis es besser wird, macht die Sache auch nicht besser».

Es ist ein Leuchtturmprojekt für die Wasserkraft. Ich hoffe, die Umweltverbände sehen es auch so.
Autor: Regierungsrätin Barbara EggerEnergiedirektorin Kanton Bern

2018 will die KWO das Konzessionsgesuch beim Kanton Bern einreichen. «Es ist ein Leuchtturmprojekt für die Wasserkraft», urteilt die Energiedirektorin, Regierungsrätin Barbara Egger. Die Umweltverbände seien eingebunden in einen partizipativen Prozess.

Die Bauzeit der Staumauer würde rund 7 Jahre dauern. Die Energiekonzerne hoffen, ab 2028 Strom produzieren zu können.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Anderegg (Ich denke selber)
    Kein Wort über die wunderschöne und unberührte Natur, die dabei zerstört würde. Das Projekt ist nicht nötig, der Winterstrom kann ebenfalls mit Solarzellen an Fassaden (Einfallswinkel der Sonne im Winter besser) produziert werden. Und diese Unwahrheiten: Bei jedem Stausee kann nach Bedarf produziert werden, wenn der Stausee gross genug ist. Und warum sollen dann die Staumauern an der Grimsel erhöht werden, wenn die Trift besser geeignet ist? Siehe auch www.grimselverein.ch
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    1. Antwort von Kurt Schrag (Hüo)
      ....wenn die Sonne dann den Nebel vertrieben hat.
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  • Kommentar von Jakob Frauchiger (Jakob Frauchiger, Hilterfingen)
    Wunderbar - es wird technisch realisiert was Sinn macht. Wenn die von einer PV Anlage eingespeiste Energie tageszeitlich oder im Winter aus diesem Kraftwerk bezogen werden kann, ist das eine tolle Sache. Wenn damit die Installation von stationären Batterien vermieden werden kann, macht die Sache auch volkswirtschaftlich Sinn. Dies dürfte nur gelingen, wenn alle Aktionäre von Netz- und Stromversorgungsunternehmen selbst Betreiber von PV-Anlagen sind.
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