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Legende: Audio Dieter Bogner: «Durch die Zusammenarbeit wird ein grosses Potenzial freigesetzt.» abspielen. Laufzeit 07:55 Minuten.
07:55 min, aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 29.04.2019.
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Neues Museumsquartier in Bern Müssen die Berner Museumskönige kleiner werden, Herr Bogner?

Im Berner Kirchenfeldquartier sind elf Institutionen angesiedelt, die Teil des geplanten Museumsquartiers sein sollen. Das Museumsquartier soll international Beachtung finden und maximal 250 Millionen Franken kosten. Grundlage für die weitere Planung in Bern bildet eine Machbarkeitsstudie von Dieter Bogner. Der Österreicher gilt als renommierte Fachperson auf diesem Gebiet.

Dieter Bogner

Dieter Bogner

Kunsthistoriker und Museumsplaner aus Österreich

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Dieter Bogner studierte an der Universität Wien Kunstgeschichte, Philosophie und Klassische Archäologie. 1989 entwickelte er das Konzept für das Museumsquartier Wien und leitete dessen Planung von 1990 bis 1994. Anschliessend gründete er seine eigene Firma. Unter anderem lehrt Bogner am Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien und ist Autor zahlreicher Publikationen zu Architektur und Kunst der Moderne.

SRF News: Was ging Ihnen bei Ihrem ersten Besuch in Bern durch den Kopf?

Dieter Bogner: Im Kirchenfeld sieht es aus wie in den Hinterhöfen von Queens in New York.

Nicht gerade ein schöner Vergleich.

Tatsächlich: Aber man findet hier eben Parkplätze, Zäune, Baracken und Werkhöfe. Das heisst, es ist ein Hinterhof. Es erstaunte mich sehr, dass es in der Schweiz ein solches Areal überhaupt gibt, auf dem sich so viele unterschiedliche Museen versammeln, die ihre Grundstücke jedoch mit Zäunen abgetrennt haben.

Das Kirchenfeldquartier ist heute mit Queens in New York vergleichbar.

Das Museum für Kommunikation hat jedoch einen ersten Schritt hin zur Öffnung gemacht, indem es im Aussenraum Sessel hingestellt hat, in denen die Menschen verweilen können.

Haben Sie denn auch Zäune in den Köpfen der Bernerinnen und Berner festgestellt?

Grundsätzlich habe ich eine Offenheit festgestellt. Aber konkret geht es nun darum, bei den verschiedenen Institutionen Schnittstellen zu finden und diese dann so auszugestalten, dass es auch funktioniert. Mir sind wenige, gemeinsame Punkte für eine enge Zusammenarbeit lieber, als dass man im Allgemeinen verbleibt.

Sie haben in Wien die Museen zusammengenommen und versucht, daraus eine Einheit zu bilden. Welche Fehler haben Sie in Wien gemacht, die Sie in Bern nicht wiederholen wollen?

Vor 30 Jahren habe ich nicht systemisch gedacht. Die Zusammenarbeit der autonomen Häuser muss genau definiert werden. Zum Beispiel: Welche Aufgaben werden gemeinsam erledigt, wie muss das funktionieren. Dabei reichen 10 bis 15 Punkte. Das ist in Wien nicht gelungen – hier haben wir nur eine Medienoberfläche für Werbung.

Die Wiener Museen arbeiten schlecht zusammen.

Hinzu kommt: In Wien wurde eine Betriebsgesellschaft gegründet, an der die Museen nicht beteiligt sind. Diese Gesellschaft ist nur zuständig für das äussere Areal. Die Zusammenarbeit unter den verschiedenen Häusern funktioniert nicht, es kommt immer wieder zu Konflikten. Hier in Bern schlagen wir vor, dass die Institutionen eine Gesellschaft gründen, die die gemeinsamen Interessen verfolgt. Die Gesellschaft wird von den Institutionen kontrolliert und beauftragt.

Heisst das, die kleinen Museumskönige müssen noch etwas kleiner werden?

Sie müssen miteinander die Probleme lösen. Es stimmt mich zuversichtlich, dass das gemeinsame Lösen von Problemen in der Schweiz stärker im Bewusstsein der Menschen verankert ist als im monarchistischen Österreich.

Die Berner Museen zeigen alle ihre eigenen Schätze. Muss es da auch inhaltlich zu Änderungen kommen?

Die verschiedenen Disziplinen werden sich in den Ausstellungen vermischen. So dass zum Beispiel Geschichte und Natur nicht mehr getrennt sind. Denn diese zwei Disziplinen haben auch eine gemeinsame Geschichte. Durch die Zusammenarbeit, wird ein grosses Potenzial an neuen Ideen frei. Zudem wird auch von aussen der Druck auf die Museen grösser, ihre Schätze in dieser Vielfalt zu zeigen.

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