Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Video Kanton Bern ist arg im Verzug abspielen. Laufzeit 03:05 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 31.03.2017.
Inhalt

Barrierefreies Reisen Nur fünf Prozent der Berner Bushaltestellen behindertengerecht

Bis 2023 müssen eigentlich alle Schweizer Bahnhöfe und Bushaltestellen behindertengerecht sein. Im Kanton Bern sind aber erst fünf Prozent autonom nutzbar. Bis zu Fristende werden es maximal zehn Prozent, befürchtet der Behindertendachverband.

Das Trottoir zu tief, der Abstand zum Bus zu gross: Das sind die Probleme, mit denen sich etwa Rollstuhlfahrer konfrontiert sehen, wenn sie Bus fahren wollen. Besonders in ländlichen Gegenden sind Bushaltestellen nicht behindertengerecht gebaut.

Das Behindertengleichstellungsgesetz sieht vor, dass alle Haltestellen des öffentlichen Verkehrs bis 2023 so gebaut werden müssen, dass Rollstuhlfahrer und Sehbehinderte Bus und Zug autonom benutzen können. Von 2800 Bushaltestellen im Kanton Bern sind allerdings erst fünf Prozent behindertengerecht gestaltet.

«Das ist enttäuschend wenig», sagt Caroline Hess-Klein von Inclusion Handicap, dem Dachverband der Behindertenorganisationen gegenüber «Schweiz aktuell». Ausserdem sei das Gesetz schon seit 2004 in Kraft – das Tiefbauamt habe aber erst vor wenigen Monaten ein Konzept erstellt. Man habe bei der Planung also zwölf Jahre geschlafen. Das Tiefbauamt des Kantons Bern wehrt sich: «Vorher kannten wir die Normen für solche Haltestellen nicht», so Kantonsoberingenieur Stefan Studer.

Zu hohe Anforderungen

Trotz Gesetzesvorschrift – das Tiefbauamt wird bis 2023 nicht jede Haltestelle behindertengerecht umbauen. Dies geschieht nur, wenn die Verhältnismässigkeit stimmt. Um diese zu beurteilen, hat das Tiefbauamt eine Art Checkliste mit vier Kernfragen erstellt. Wie gross ist die Nachfrage? Wie wichtig sind die Einrichtungen rund um die Haltestelle? Handelt es sich um einen Umsteigeort? Wie häufig wird die Haltestelle angefahren?

Für die Behindertendachorganisation ist klar: Die Anforderungen an die Bushaltestellen sind viel zu hoch. Mit den Kriterien des Tiefbauamts würden bis 2023 maximal zehn Prozent der 2800 Haltestellen umgebaut.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Ein klares Armutszeugnis von "Service Public" (den utopischen "Super.Lohn-Empfängern" im Direktorium) und eine Respektlosigkeit Menschen gegenüber, welche durch eine Körperbehinderung Unterstützung benötigen!!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Verena Casagrande  (Verena Casagrande)
    Das zeigt doch einmal mehr das Behinderte in der Schweiz als Menschen zweiter Qualität behandelt werden. Die haben doch auch ein Recht auf Bahn und Bus, aber dann kommt ein ABER von den Betrieben: ZU TEUER!!!!!!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von W. Ineichen  (win)
    Die “Ingenieure“ vom Tiefbauamt sollten mal selbst jemanden im Rollstuhl an Bushaltestellen fahren, oder gleich selbst mal im Rollstuhl versuchen in einen Bus zu steigen. Und im Nu werden sie reagieren und endlich mal was tun.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen