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Bern Freiburg Wallis Panne im Kanton Bern beim Hochwasseralarm per SMS

Der kantonale SMS-Hochwasseralarm für den Brienzer-, Thuner- und Bielersee hat am Wochenende nicht funktioniert. Grund dafür war eine Informationspanne der Behörden. Diese verfolgen gespannt die Wetterlage, denn in der Nacht auf Mittwoch werden neue Regenfälle erwartet.

Legende: Video Hochwasserlage bleibt kritisch abspielen. Laufzeit 04:20 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 05.05.2015.
Legende: Video Hochwasser im Drei-Seen-Land abspielen. Laufzeit 01:18 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 05.05.2015.

Der kantonale SMS-Hochwasseralarm für den Brienzer-, den Thuner- und den Bielersee hat am Wochenende nicht funktioniert. Dies teilt der Thuner Regierungsstatthalter Marc Fritschi mit. Grund dafür war eine Informationspanne der Behörden. So war den beiden zuständigen Regierungsstatthaltern in Thun und Biel nicht bekannt, dass seitens des Kantons der Anbieter für den SMS-Alarm gewechselt wurde. Seit Dienstagmittag funktioniert der Hochwasseralarm aber wieder.

Die Lage bleibt angespannt

Die Thuner Stadtbehörden raten den Liegenschaftsbesitzern in Seenähe, ihre Keller und ganz besonders Öltanks zu überprüfen. Nässe empfindliche Gegenstände sollten ins Trockene gebracht werden. Zudem sollten sich die Liegenschaftsbesitzer für allfällige Schutzmassnahmen vorbereiten.

Schutzmaterial wie Sandsack-Abfüllsets, Schaltafeln oder Pumpen kann im regionalen Feuerwehr Ausbildungszentrum in Thun-Allmendingen ausgeliehen werden, wie die Stadt Thun am Dienstag mitteilte. Das Depot ist bis 21 Uhr geöffnet.

Grössere Schäden wurden bislang noch nicht verzeichnet. Die Behörden gehen jedoch davon aus, dass der Seespiegel weiter ansteigen wird. Die Schneeschmelze in den Bergen führe viel Wasser in den Thunersee. Angesichts der für Dienstagnachmittag angekündigten Gewitterregen sei weiterhin grosse Vorsicht geboten.

Fusswege in Bern stehen immer noch unter Wasser

Das Hochwasser macht nicht nur in Thun Probleme: Auch am Dienstag führt die Aare in Bern immer noch sehr viel Wasser. Die Situation bleibt kritisch. Einzelne Fusswege entlang der Aare sind immer noch gesperrt. Auch Teile des Tierparks Dählhölzli stehen unter Wasser.

Im Verlauf des Montags führte die Aare mehr als 500 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch die Stadt Bern. Damit wurde nicht nur die Schadensgrenze von 450 Kubikmetern im Mattequartier weit überschritten, sondern auch der Durchschnittswert des Hochwassersommers 2007 von 482 Kubikmetern pro Sekunde. Am Montagnachmittag blieb der Pegel hoch - pendelte sich jedoch knapp über 500 Kubikmeter pro Sekunde ein.

Auch Experten vom Hochwasser überrascht

Seit Freitag habe sich das Hochwasser «hochgeschaukelt», sagte Bernhard Schudel, Chef der Gewässerregulierung des Kantons Bern am Montagabend. «Weder die Hydrologen noch die Meteorologen hätten vor dem Wochenende mit einer solchen Situation gerechnet.»

Dieses Hochwasser sei nicht mit der Situation von 2005 vergleichbar. «Die Behörden sind viel besser vorbereitet», so Schudel. Aber auch Bauwerke, wie der Hochwasserstollen in Thun, bewährten sich.

Verschiedene Faktoren haben zum Hochwasser im Kanton Bern beigetragen: Die starken Regenfälle seit Freitag, die vollgesogenen Böden, die kein Wasser mehr aufnehmen können sowie die Schneeschmelze zwischen 1700 und 2800 Meter über Meer.

Thunersee ist immer noch randvoll

Der Thunersee ist auch am Dienstagmittag noch voll. Wie die «Tagesschau Mittag» von Fernsehen SRF berichtet, liegt der Pegelstand 10 Zentimeter über der Hochwassermarke.

Der Thunersee stieg am Montagvormittag über die Hochwassergrenze von 558,30 Metern, die Behörden haben eine Hotline eingerichtet. Der Bielersee hat die Hochwassergrenze von 430,35 Metern am Nachmittag erreicht.

Die Schifffahrt ist eingestellt

Auf dem Bielersee, dem Nidau-Büren-Kanal, der alten Zihl sowie dem Zihlkanal erliessen die Behörden ein Schifffahrverbot. Dieses trat am Dienstag in Kraft.

Wegen des hohen Wasserstandes hat die BLS die Schifffahrt auf dem Thunersee bereits am Montagmorgen eingestellt.

Hotline

Die Anwohner des Thunersees erhalten unter folgender Nummer aktuelle Informationen: 033 225 35 20

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Roli Boli, Dübendorf
    Die Behörden schlampen immer wieder, sind aber immer unschuldig!
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    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Die sind wohl eher Opfer der heutigen Kommunikations-Mittel geworden!:-)
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  • Kommentar von Rene Lanz, Locarno
    Ich bin am Thunersee aufgewachsen und in diesen Jahren gab es nie Hochwasser. Der See wurde im Winter massiv abgesenkt. Dies geschieht nun nicht mehr seit die BLS mit ihrem Winterschiff verkehrt. Stellt die sowieso defizitäre Schifffahrt im Winter wieder ein und lasst den See absenken wie in den 70/80er Jahren. Dann haben wir dieses Theater auch nicht mehr!
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    1. Antwort von Markus Berner, Bern
      Seit 1869 misst die Landeshydrologie die Pegel am Thunersee. Sie geben eine Übersicht über die Höchstwasserstände der letzten 131 Jahre. Seitdem ist der Hochwasserpegel von 558.30 m ü. M. in 37 Jahren erreicht oder überschritten worden.Der Anteil seiner Seefläche von 50 Quadratkilometern ist verglichen mit seinem Einzugsgebiet (2500 km2) mit 2 Prozent sehr klein.Überschwemmungen am Thunersee sind nicht singuläre Ereignisse, sondern treffen über Jahrzehnte beobachtet immer wieder ein.
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    2. Antwort von Markus Berner, Bern
      Hochwasser gibt es seit min. 300 Jahren in Thun. Nicht die Schifffart ist Schuld. Der Anteil seiner Seefläche von 50 Quadratkilometern (km2) ist verglichen mit seinem Einzugsgebiet (2500 km2) mit 2 Prozent sehr klein. Dies ist insbesondere auf die Umleitung der Kander in den Thunersee zurückzuführen. Durch diesen Eingriff hat sich das Einzugsgebiet des Thunersees annähernd verdoppelt. Prangern sie die Kander Umleitung an aber die Schifffahrt ist nicht der Schuldige.
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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Bielersee erreicht Hochwassergrenze? Kein Problem, dann öffnet man die Schleusen und setzt Olten wieder mal unter Wasser. Es ist einfach erstaunlich dass die Politiker scheinbar nichts aus den Hochwasser der letzten Jahre gelern und Massnahmen ergriffen haben. Für was werden eigentlich die Politiker vom Wem bezahlt?
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    1. Antwort von S. Nogler, Bever
      Glücklicherweise haben die Politiker noch nicht gelernt, wie das Wetter gesteuert wird - Gott hat immer noch alles im Griff.
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    2. Antwort von Hans Vader, Luzern
      Würde es keine Katastrophen geben, könnte man nicht die Angst vor dem Klimawandel schüren.
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    3. Antwort von W. Pip, Züri
      Hochwasser sind politisch ambivalent. Man kann sie für den klimamotivierten Griff in den Geldbeutel missbrauchen, aber man muss auch deren Aufdeckungswirkung bezügl. Folgen der Zersiedelung in Kauf nehmen. Blöd. Zu blöd. Politiker würden Unwetter in Bildern zeigen, aber mundtot machen, wenn sie könnten.
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    4. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @H. Vader: Heisst also für Sie: Katastrophen lässt man bewusst zu, um die Angst vor dem Klimawandel zu schüren? Denke aber, es ist weniger Angst, die man schüren will, sondern die Menschen dafür zu sensibilisieren, dass wir zur Umwelt viel mehr Sorge tragen müssen. Aber eben, Umweltschutz kostet uns halt etwas, wofür viele leider nicht dazu bereit sind es zu zahlen. Sollen es doch dann Nachfolgegenerationen tun. Hauptsache sie konnten immer aus dem Vollen schöpfen.
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