Quecksilber im Wallis: Resultate der Grossuntersuchung liegen vor

Rund 4000 Bodenproben liessen das Pharmaunternehmen Lonza und der Kanton Wallis in den letzten Monaten zwischen Visp und Niedergesteln analysieren. Die Resultate zeigen, dass rund 70 Parzellen saniert werden müssen.

Ein Fluss von einer kleinen Brücke aus gesehen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der ebenfalls kontaminierte Grossgrundkanal bei Turtig in der Nähe von Visp. Keystone

Auf den betroffenen Parzellen ist der Boden mit mehr als 2 Milligramm Quecksilber pro Kilo Boden belastet. Rund 100 Parzellen weisen eine Verschmutzung von 0,5 bis 2 Milligramm Quecksilber auf. Untersucht wurde auch Gemüse von den belasteten Böden. Teils konnte in diesem Gemüse Quecksilber nachgewiesen werden, aber nur in einer sehr geringen Menge.

Gesundheitsschäden unklar

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit bezeichnet das Essen dieses Gemüses als nicht kritisch. Was eventuelle Gesundheitsschäden durch das Quecksilber anbelangt, läuft derzeit noch eine Untersuchung der ETH Zürich.

Neue Dimension in Quecksilber-Affäre

5:14 min, aus Schweiz aktuell vom 25.11.2014

An einzelnen Stellen wurde bei der Analyse eine ausserordentlich hohe Belastung von mehreren 1000 Miligramm Quecksilber pro Kilo festgestellt. Das lässt vermuten, dass dieses Material nicht aus dem Lonza-Kanal stammt, der weit weniger stark belastet ist.

Da verlangt der Kanton von der Lonza jetzt eine spezielle Untersuchung, um herauszufinden, woher dieses Material kommt und wie es entsorgt wurde. Zudem müsse das Sanierungskonzept für die Lonzadeponie diesen neuen Umständen angepasst werden.

Sanierung noch dieses Jahr

Noch dieses Jahr will die Lonza mit der Sanierung der Böden, die mit mehr als 2 Milligramm belastet sind, beginnen. Sie will diese Sanierung auch vorfinanzieren. Die endgültige Kostenverteilung soll dann vorgenommen werden, wenn die Resultate einer Studie vorliegen, die aufzeigen soll, wer alles für diese Verschmutzung Verantwortung trägt.

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