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Rückkehr des Fischotters «In fünf Jahren ist der Fischotter wieder da»

Die Fischotter-Spezialistin Irene Weinberger schätzt, dass der Fischotter sehr schnell in der Schweiz wieder heimisch wird. Tiere aus Populationen in Österreich, Deutschland oder Frankreich würden den Weg hierher finden.

Legende: Video Die Rückkehr des Fischotters abspielen. Laufzeit 04:20 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 27.02.2018.

Auf die Rückkehr des Fischotters bereitet sich nicht nur die Wissenschaft vor. Auch die Behörden wollen gewappnet sein. Der Bund richtet eine «Nationale Fischottergruppe» ein. Diese tagt im Frühling ein erstes Mal. Da werden sich das Bundesamt für Umwelt, Kantone, Fischereivertreter und Tierschützer treffen und über den Otter diskutieren.

Auf Otterspuren-Suche

Denn noch bevor das geschützte Tier wieder heimisch wird, wollen die Behörden die Bevölkerung und betroffene Kreise informieren. Wo und wie lebt er? Was für Schäden kann er anrichten? Wie sind solche allenfalls zu entschädigen?

Barbara von Euw steht vor einer Brücke welche über einen Bach führt.
Legende: Freiwillige Otterspuren-Sucherin im Bachlauf des Cholgrabens bei Guggisberg. Matthias Baumer/SRF

Auch um solche Fragen beantworten zu können, entsteht zurzeit eine grosse Otter-Landkarte. Darin wird sichtbar, wo bereits Tiere leben und wo sie geeigneten Lebensraum finden.

Im Kanton Bern besteht bereits eine Mini-Population von Fischottern. Die Biologin Irene Weinberger schätzt diese Zelle auf sieben Tiere. Einige schwemmten Hochwasser aus dem Gehege des Tierparks Dählhölzli, andere sind Jungtiere.

Frischer Otter-Kot auf einem Baum.
Legende: Frischer Otter-Kot auf einem Baumstrunk im Tierpark Dählhölzli in Bern. Matthias Baumer/SRF

Wenn nun vom Ausland her Fischotter in die Schweiz einwandern und sich irgendwann mit den Berner Tieren vermischen, dann sei es möglich, dass sich eine flächendeckende Population daraus entwickle. «Für eine nachhaltige Population braucht es etwa 50 bis 100 Tiere», sagt Otter-Spezialistin Weinberger. «Der Fischotter kommt ganz sicher, es ist nur die Frage, wie schnell es geht.»

Wildtierbiologin Irene Weinberger schaut ans Aareufer.
Legende: Biologin Irene Weinberger: «In fünf Jahren könnte der Otter zurück in der Schweiz sein.» Matthias Baumer/SRF

Erwachsene Fischotter leben als Einzelgänger in mehrere Kilometer langen Streifgebieten entlang von Gewässern. Auf der Suche nach neuen Territorien können sie aber noch weitere Distanzen zurücklegen. Fischotter fressen Fische, aber auch andere Tiere wie Amphibien, Krebse, Vögel, Reptilien und kleine Säugetiere. Sie sind in der Lage, Fischbestände in Flüssen tief zu halten. Daher kann es zu Interessenskonflikten mit der Angelfischerei und mit Fischzuchtanlagen kommen.

Damit Fischotter und Mensch in der Schweiz nebeneinander klarkommen, damit mögliche Konflikte früh und präventiv angegangen werden können und damit die Informationshoheit über das Tier bei den Behörden liegt, dafür soll sich die Fischottergruppe einsetzen.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Der Zoo Zürich engagiert sich gemeinsam mit der Stiftung Pro Lutra für eine natürliche Rückkehr des Fischotters in der Schweiz. Der Fischotter galt seit 1989 in der Schweiz als ausgestorben. Um die Rückkehr des Fischotters positiv zu beeinflussen, müssen ihre Lebensräume wie Auenwälder, Fluss- und Seeufer, ökologisch aufgewertet werden. Interessenskonflikte frühzeitig lösen. Dann können wir uns freuen, wieder eine Wildtierart mehr zu haben.
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