Sechs Jahre Haft für Angeklagte im Berner Menschenhandel-Fall

In einem der grössten Fälle von Menschenhandel in der Schweiz hat das bernische Obergericht das Urteil der Vorinstanz bestätigt. Die Hauptangeklagte, eine 43-jährige Thailänderin, wurde am Montag auch in zweiter Instanz zu einer Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren verurteilt.

Der Eingang des Berner Obergerichts. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Berner Obergericht bestätigt die Strafe im Menschenhandel-Fall. Keystone

Der Schuldspruch vor Obergericht erfolgte wegen gewerbsmässig begangenen Menschenhandels in 37 Fällen und Förderung der Prostitution in 50 Fällen. Mit dem Strafmass der ersten Instanz waren sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung unzufrieden gewesen; beide hatten das Urteil weitergezogen. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Erhöhung der Strafe auf neun Jahre. Die Verteidigung beantragte ein milderes Strafmass von viereinhalb Jahren, denn längst nicht in allen Fällen lasse sich der Menschenhandel hieb- und stichfest belegen.

Spur vieler Opfer hat sich verloren

Die Frauen und Transvestiten reisten illegal in die Schweiz. Für die Reise mussten sie aber 30'000 Franken aufbringen. In den Salons arbeiteten sie dann vor allem, um ihren Schuldenberg abzubauen. Die Spuren vieler Opfer haben sich verloren. Nur zwei Frauen traten in dem Prozess als Privatklägerinnen auf.

Sendung zu diesem Artikel

  • SRF 1 26.11.2013 22:20

    Club
    Prostitution – abschaffen oder anschaffen?

    26.11.2013 22:20

    Die käufliche Liebe polarisiert. Die einen wünschen sie zum Teufel, die anderen wollen das Gewerbe salonfähig machen. Beide Lager argumentieren im angeblichen Interesse der Prostituierten: Verbieten oder legalisieren? Moral und das Recht auf Selbstbestimmung stehen auf dem Spiel – auch im «Club».