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Spitzentechnik aus Bern MB-Microtec und der nicht ganz alltägliche Neubau

Das Unternehmen stellt in Niederwangen Leuchtröhrchen her. Mit Tritium – einem leicht radioaktiven Stoff.

Röhrchen in der Grösse eines Streichholzkopfes liegen verstreut auf einem Tisch. Sie leuchten grün.
Legende: Wegen des radioaktiven Tritiums leuchten die Röhrchen über Jahre. zvg

MB-Microtec produziert kleinste Leuchtröhrchen. Diese benötigen jedoch keinen Strom, keine Batterie und auch keine Sonnenbestrahlung, dass sie leuchten – sie enthalten Tritium, ein leicht radioaktives Gas.

Diese Röhrchen kommen zum Beispiel in Flugzeug-Cockpits, in der Raumfahrt, bei Waffensystemen, Beleuchtung oder in Zifferblättern und Zeigern zum Einsatz. Kunden der MB-Microtec waren bereits die US-Armee, russische Streitkräfte oder die Schweizer Luftwaffe. Auch rund 50 Uhrenunternehmen werden von der Firma in Niederwagen beliefert.

Der Neubau in Niederwangen

Der Neubau in Niederwangen
Legende:zvg/studiojeker

Das Gebäude befindet sich im Industriegebiet. 23 Millionen Franken hat es gekostet, drei Jahre wurde gebaut. Weil die Firma mit radioaktiven Stoffen arbeitet, muss der Neubau hohe Ansprüche bezüglich Brand-, Erdbeben- und Einbruchschutz erfüllen. Geplant ist, dass MB-Microtec im kommenden Jahr eine Anlage in Betrieb nimmt, um tritiumhaltige Produkte von den Kunden zurückzunehmen und zu recyceln.

Die Geschichte von MB-Microtec ist eng mit derjenigen des Unternehmens Merz+Benteli verknüpft – deshalb die Buchstaben MB im Firmennamen. MB-Microtec wurde von einem Schwiegersohn von Walter Merz gegründet, nachdem Merz+Benteli von radioaktiven Stoffen absah.

Heute arbeiten rund 80 Personen bei MB-Microtec, bald sollen es 100 sein. Ihr Arbeitsumfeld ist nicht ganz alltäglich; im ganzen Gebäude herrscht Unterdruck, damit keine Luft nach draussen dringt. Alle Kleider werden im Haus gewaschen und das Abwasser kontrolliert. Und: Alle Mitarbeitenden müssen wöchentlich zum Urintest. Um zu messen, ob sie nicht einer zu starken Strahlung ausgesetzt waren.

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