Staatsanwaltschaft eröffnet kein Verfahren gegen Insel-Chefarzt

Im umfangreichen Rechtsstreit zwischen einer entlassenen Oberärztin und einem Klinikdirektor am Inselspital Bern herrscht nun in einer Frage Klarheit: Die Berner Staatsanwaltschaft eröffnet gegen den Klinikdirektor kein Verfahren wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung.

Dach des Bettenhochhauses mit Logo des Inselspitals. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Streit zwischen einem Chefarzt und einer entlassenen Oberärztin ist in einem Punkt juristisch beigelegt. Keystone

Die entlassene Oberärztin warf dem Klinikdirektor vor, bei der Verteilung privatärztlicher Einnahmen nicht korrekt vorgegangen zu sein. Die Abklärungen der Staatsanwaltschaft haben jedoch nun keine Anhaltspunkte auf ungetreue Geschäftsführung ergeben, weshalb es nun zu keinem Verfahren kommt.

Der Vorwurf der ungetreuen Geschäftsführung ist ein Nebenpunkt in der weitverzweigten Angelegenheit. Das Hauptverfahren, in dem die Ärztin ihre aus ihrer Sicht missbräuchliche Kündigung anficht, ist noch hängig.

Der Führungsstil des Klinikdirektors ist schon seit längerem umstritten. 20013 reichten Pflegende intern eine Beschwerde gegen ihn ein. Auch die inzwischen entlassene Oberärztin übte Kritik. Sie engagierte sich insbesondere für einen besseren Mutterschutz und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf an der Klinik. Im Herbst 2014 wurde der Oberärztin gekündigt.