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Studierende springen ein Plötzlich Lehrerin

In Bern gibt es zu wenig Lehrpersonen. Seit dem Sommer unterrichten deshalb auch Studierende. Ein Erfahrungsbericht.

Wandtafel
Legende: Wer steht vorne an der Wandtafel? Viele Schulen hatten Mühe, ihre Stellen zu besetzen. ohneski / photocase.de

Mitte August stand die 25-jährige Kim Rohrbach das erste Mal als Klassenlehrerin vor ihrer neuen Klasse, der 5./6.-Klasse Wiriehorn im Diemtigtal. «Ich war schon ziemlich nervös», sagte sie nach dem ersten Tag, «aber das hat sich schnell gelegt. Die Klasse hat mich gut aufgenommen.»

Kim Rohrbach ist eine von 30 Studierenden der Pädagogischen Hochschule und des Bildungsinstituts NMS, die ein halbes Jahr als Lehrperson einspringen.

Lehrpersonenmangel im Kanton Bern

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Mittlerweile sind laut Erziehungsdirektion fast alle Stellen im Kanton Bern besetzt.

Rund 20 Stellen wurden ab Sommer von Studierenden der Pädagogischen Hochschule und der Neuen Mittelschule NMS übernommen. Ebenfalls entschärft hat das Problem, dass einzelne Lehrpersonen ihre bisherigen Pensen kurzfristig erhöht haben.

Im Gegensatz zu einem Praktikum im Rahmen der Ausbildung, ist Kim Rohrbach nun auf sich alleine gestellt. «Wenn ein Kind weint, muss ich das nun alleine bewältigen. Es hat niemanden mehr, der während dieser Zeit den Unterricht übernehmen kann», so die junge Lehrerin. Aber ihre Klasse mache ihr das Leben nicht schwer, die Schülerinnen und Schüler seien nachsichtig.

Nach den ersten sechs Wochen als Klassenlehrerin zieht Kim Rohrbach eine positive Bilanz: «Ich habe viel gelernt. Mehr als in einem normalen Praktikum.» Es sei zwar sehr zeitintensiv gewesen, aber grundsätzlich «eine tolle Erfahrung».

Sind die Studierenden die Lösung?

Dieses Jahr hat die Pädagogische Hochschule zusammen mit der Neuen Mittelschule NMS das erste Mal Studierende an Schulen vermittelt.

Dies sei eine kurzfristige Lösung gegen den Lehrpersonenmangel, aber keine langfristige, so Martin Stadelmann, Leiter der Lehrerinnnen- und Lehrerbildung der NMS: «Es braucht weitere Massnahmen. Es müssen mehr Leute ausgebildet werden, eventuell braucht es auch bei den Löhnen eine Anpassung.»

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