Tagesschulen: Bern setzt in Zukunft mehr auf eigene Küchen

Die Auswertung eines Pilotprojekts hat gezeigt: Ob das Essen für Berner Tagesschulen oder Kindertagesstätten selber gekocht oder angeliefert wird, spielt finanziell keine Rolle. In Zukunft setzt die Schule auf das Modell «Vielfalt».

Zwei Männer arbeiten in einer Küche. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In der Tagesschule Bümpliz wird das Mittagessen vorbereitet. Jörg André/SRF

Das gab Gemeinderätin Franziska Teuscher am Dienstag vor den Medien in Bümpliz bekannt. Eigene Produktionsküchen werden in Tagesschulen und Kitas gebaut, «sofern eine wirtschaftliche Produktion garantiert ist und es die Platzverhältnisse zulassen». Das Minimum seien 50 Mahlzeiten pro Tag. Ein externes Catering werde dort realisiert, wo keine Quartier- und Produktionsküchen zur Verfügung stünden oder wo diese Zahl unterschritten werde.

Der Gemeinderat hatte Ende 2014 beschlossen, elf Kitas während eines Versuchsjahrs mit vorgekochten Mahlzeiten eines Zürcher Unternehmens zu beliefern. Das stiess in der Öffentlichkeit auf Kritik, unter anderem wegen den Transportwegen und dem Verpackungsabfall.

Teuscher zog am Dienstag Bilanz: «Trotz guter Qualität des Essens und hohen Nachhaltigkeits-Standards des Zürcher Unternehmens ist es nicht gelungen, dafür eine genügend breite Akzeptanz zu erreichen.» Dass eine grüne Gemeinderätin Essen von Zürich nach Bern transportieren lasse, sei nicht verstanden worden.

Vergaberecht vor Lokalpatriotismus

Natürlich würde sie eine lokal-regionale Lösung bevorzugen, betonte Teuscher. Sie habe sich aber ans Vergaberecht zu halten. «Bei öffentlichen Ausschreibungen ist Lokalpatriotismus eben unzulässig.» Manche Kitas sollen deshalb weiterhin aus Zürich beliefert werden. Der bestehende Vertrag mit der Zürcher Unternehmung läuft spätestens 2019 aus. Danach wird das Catering neu ausgeschrieben.