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Bern Freiburg Wallis Therapeut wegen 33 Missbrauchsfällen angeklagt

Während 29 Jahren missbrauchte ein Sozialtherapeut in verschiedenen Behindertenheimen insgesamt 124 geistig und körperlich teils schwerstbehinderte Kinder und Jugendliche. Jetzt ist die Untersuchung der Staatsanwaltschaft abgeschlossen. Strafrechtlich verfolgt werden jedoch nur noch 33 Fälle.

Ein Haus von aussen.
Legende: Auch in der Nathalie-Stiftung in Gümligen hat der Sozialtherapeut gearbeitet. Keystone

Fast 30 Jahre lang ist der Sozialtherapeut nicht aufgeflogen. Das Verfahren gegen ihn kam Ende März 2010 ins Rollen, nachdem zwei männliche Bewohner eines Behindertenheims im Kanton Aargau ihren Eltern von sexuellen Kontakten mit ihrem Betreuer erzählt hatten. Die Eltern wandten sich an die Heimleitung, welche daraufhin die Polizei informierte.

Was danach ans Tageslicht kam, lässt sich kaum in Worte fassen: Der heute 57jährige Sozialtherapeut verging sich an merheitlich geistig und körperlich teils schwerstbehinderten Kindern, jungen Männern und Frauen. Das jüngste Opfer war zur Tatzeit drei Jahre alt.

Weit über 100 Fälle gestanden

Der Beschuldigte hat bis heute den mehrfachen sexuellen Missbrauch von 114 Opfern gestanden. Die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland geht von insgesamt 124 Fällen aus. Weil der grösste Teil der Fälle zum Zeitpunkt der Festnahme bereits verjährt war, können gemäss geltender Gesetzgebung noch 33 Fälle strafrechtlich verfolgt werden, schreibt die Regionale Staatsanwaltschaft in einer Mitteilung.

Der Beschuldigte befindet sich seit Ende September 2011 im vorzeitigen Massnahmevollzug. Er wird sich wegen Schändung, sexuellen Handlungen mit Kindern, Abhängigen und Anstaltspfleglingen, Pornografie sowie Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte vor Gericht verantworten müssen.

Nächste Informationen

Das «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» berichtet in seinen Sendungen am Mittag und Abend über den Fall des Sozialtherapeuten.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    An den Juristen: Art. 1o1 StGB 3. Unverjährbarkeit 1 Keine Verjährung tritt ein für:sexuelle Handlungen mit Kindern (Art. 187 Ziff. 1), sexuelle Nötigung (Art. 189), Vergewaltigung (Art. 190), Schändung (Art. 191), sexuelle Handlungen mit Anstaltspfleglingen, Gefangenen, Beschuldigten (Art. 192 Abs. 1) und Ausnützung der Notlage (Art. 193 Abs. 1), Das steht am Ende ausdrücklich: "WENN SIE AN KINDERN UNTER 12 JAHREN BEGANGEN WURDEN." (falls die letzte Tat am 30.11.2008 noch nicht verjährt war)
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    1. Antwort von Nemo Tenetur, Bern
      Genau: falls die letzte Tat am 30.11.2008 noch nicht verjährt war. E contrario: wenn sie bereits verjährt war, ist sie es immer noch. Entspricht genau dem, was ich Herrn Jacob erklärt habe und steht auch oben Beitrag. Im Übrigen sollten Sie einen Gang runterschalten. Ich habe nur versucht, jemandem etwas zu erklären. Weder war das böse noch sonst wie negativ gemeint. Nur sachlich. Lesen Sie doch meinen Beitrag nochmals frei von allen Vorurteilen durch.
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  • Kommentar von Alex Bauert, Bern
    Schändung? Nein, er hat niemanden geschändet. Schande ist über keines der Opfer gekommen. «Sexueller Missbrauch» dieser Kinder? Und was ist der sexuelle oder sonstige «Gebrauch» von ihnen? Was für eine sprachliche Schande unser Strafgesetzbuch!
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  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Ich war eigentlich der Meinung, es gäbe für solche Delikte keine Verjährungsfrist mehr, sollte es aber trotzdem so sein, dann sollte man doch politisch schleunigst dafür sorgen, dass dieser 'Mangel' behoben wird. Ohne Ausreden, ohne salbungsvolle Sprüche, und ohne Verzug. Aber wie ich die Schweizer Politik kenne, werden wohl auch hier wieder die gleichen alten Sprüche und Einwände von sogenannten Gutmenschen dafür sorgen, dass nichts geschieht. Wie eigentlich immer...
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    1. Antwort von Nemo Tenetur, Bern
      Da sind Sie eigentlich richtig informiert: Solche Delikte sind heute unverjährbar. Wenn jemand also solche Delikte heute begeht, verjähren sie nie. Aber: wenn die Delikte vor Inkrafttreten der Unverjährbarkeitsnorm bereits verjährt waren, bleiben sie es. Das war hier der Fall.
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    2. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      Schwerer sexueller Missbrauch von Kindern soll unverjährbar sein, wenn das Opfer weniger als 12 Jahre alt ist. Darüber stimmten wir ab, ist seit Januar 13 in Kraft. Jugendliche fallen nicht darunter.
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    3. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      @den falsch liegenden Juristen: Art.123b1/ Unverjährbarkeit der Strafverfolgung und der Strafe bei sex+pornogr. Straftaten AN KINDERN VOR DER PUBERTÄT. Die Verfolgung dieser Straftaten an Kindern unter 12 und die Strafe für solche Taten sind in der CH nicht mehr verjährbar. Eine entsprechende Gesetzesänderung ist am 1.1.13 in Kraft getreten. Sie gilt auch für Straftaten, die am 30.11.08 noch nicht verjährt waren.
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    4. Antwort von Nemo Temetur, Bern
      Herr Hermann. Schön zitieren Sie die BV. Massgebend ist aber das StGB. Ich erspare Ihnen Zeit. Art. 101 StGB.
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