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Trotz Bildungsoffensive Jeder vierte Freiburger hat keine Berufsausbildung

Ein Drittel seines Staatsbudgets gibt Freiburg für Bildung aus. Trotzdem gibt es viele Leute ohne Berufsbildung.

Legende: Audio Es gibt Immer mehr Lehrlinge, aber ältere Leute und Ausländer haben oft keinen Abschluss. abspielen. Laufzeit 03:40 Minuten.
03:40 min, aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 03.12.2018.

Fast 35 Prozent seiner Staatsausgaben gibt der Kanton Freiburg für Bildung aus – soviel wie kein anderer Kanton. Trotzdem haben rund 30 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner keine Berufsbildung. Ein Grund sei, dass die Statistik auch ältere Leute erfasse: «Vor 60 Jahren war die Berufslehre seltener», erklärt Christophe Nydegger, Chef des kantonalen Amtes für Berufsbildung.

Wir müssen Abendkurse anbieten.
Autor: Christophe NydeggerChef Berufsbildungsamt

Komme hinzu, dass es in Freiburg viele schlecht ausgebildete Migranten gibt, sagt Nydegger: «Die Leute kamen in den 1960 Jahren ohne Fachausweis hierher». Früher seien es Spanier und Italiener gewesen, heute Portugiesen. Sie arbeiteten in der Baubranche oder der Landwirtschaft, so Nydegger. Für diese Leute brauche es ein Weiterbildungsangebot: «Wir müssen Abendkurse anbieten.»

Junge Ausländer ohne Berufsbildung

Sorgen machen Freiburg aber weniger die älteren als die jungen Migranten. Bei den unter 25-Jährigen gibt es je nach Herkunft grosse Unterschiede.

Eine Berufsbildung haben:

  • 96,4 Prozent der Schweizer
  • 85,7 Prozent der in der Schweiz geborenen Ausländer
  • 70,9 Prozent der im Ausland geborenen Ausländer

Freiburg will klären, weshalb das so ist. Eine Ausbildung sei wichtig. «Die Leute sind so besser integriert», erklärt Christophe Nydegger.

Abwandern in den Kanton Bern

Die Freiburger Berufsschulen haben immer weniger deutschsprachige Lernende. 2010/11 betrug der Anteil noch 22 Prozent, 2018/19 sind es noch knapp 18 Prozent.

Für eine Klasse braucht es mindestens zehn Lehrlinge. «Diese Zahl erreichen wir oft nicht», sagt Volkswirtschaftsdirektor Olivier Curty. Informatiker oder Hoch- und Tiefbauzeichner müssen nach Bern in die Berufsschule.

Manche machen gleicht die ganze Lehre im Kanton Bern. «Oft kommen diese Arbeitskräfte nach der Ausbildung nicht zurück». Olivier Curty will deshalb möglichst viele deutschsprachige Klassen an den Freiburger Berufsschulen.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Kurt Häfliger (kurto1956)
    Ein Punkt ist sicher die mangelnde Lernkompetenz. Wer dies nicht früh von Grund auf vermittelt bekam, hat eben später enorme Mühen, sieht man an den Portugiesen und Italiener erster Generation. Obwohl schon 30-40 Jahre in der CH können sie teilweise keinen fehlerfreien Satz in Hochdeutsch artikulieren, warum: Weil sie nie am Abend in eine Weiterbildung, einen Sprachkurs gegangen sind und die Motivation dazu eben nicht vorhanden war, forderte ja niemand!
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    1. Antwort von Tina Bürgi (Tjntjn)
      Das finde ich etwas hart. Diese Leute kamen zu uns und haben hart gearbeitet, dazumal hat man kaum verlangt, dass die Sprache gelernt werden muss. Jetzt sind sie da, und sind entsprechend 50 oder älter, nicht ganz einfach in dem Alter noch eine Sprache zu lernen. Wer will gerne, ansonsten eher schauen, dass wir es mit den jüngeren Generationen besser machen.
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