Zum Inhalt springen

Header

Audio
Airbnb: Keine Gäste mehr wegen Corona
Aus HeuteMorgen vom 15.04.2020.
abspielen. Laufzeit 02:02 Minuten.
Inhalt

Vermieter in der Krise Beziehen nun Einheimische leere Ferienwohnungen?

Das Anbieten von Wohnungen auf Onlineplattformen war vor der Corona-Krise ein boomendes Geschäft. Jetzt nicht mehr.

Die Tourismusregion Interlaken erlebte gute Jahre. Das Jungfraujoch war Anziehungspunkt für Millionen von Touristen aus aller Welt. In den letzten Jahren kamen deshalb immer mehr Wohnungen auf den Markt, die als Ferienwohnungen via Internetplattformen wie Airbnb oder Booking an Feriengäste vermietet wurden.

Gähnende Leere, viele Stornierungen, keine Buchungen

Einige Vermieterinnen und Vermieter haben sich damit ein Geschäft aufgebaut, Liegenschaften gekauft und Wohnungen zur Verfügung gestellt. Zum Beispiel Angela Mattmann. Bis vor Kurzem brummte ihr Geschäft, jetzt fehlen die Touristinnen und Touristen: «Ich kann zusehen, wie Buchungen storniert werden.» Neue Buchungen erhalte sie nicht mehr. Die allermeisten ihrer 13 Wohnungen, welche in fünf Gebäuden untergebracht sind, stehen leer. Gähnende Leere auch in ihrem Hostel.

Internetplattform
Legende: Unterkünfte für den grossen und kleinen Geldbeutel, an bester Lage oder ruhig und abgeschieden: In der Region Interlaken werden mehrere hundert Wohnungen auf Buchungsplattformen angeboten. SCREENSHOT AIRBNB

Rund 40'000 Objekte sind in der ganzen Schweiz alleine auf der Buchungsplattform Airbnb zu finden. Auch die dürften derzeit grösstenteils leer stehen. Und das werde wohl noch eine Weile so bleiben, sagt Tourismusforscher Roland Schegg von der Fachhochschule Westschweiz-Wallis: «Im Ausland sehen wir, dass diese Wohnungen vermehrt Einheimischen angeboten werden, also zurückkommen in den normalen Wohnungsmarkt.» Das ist insofern interessant, da sich viele – auch in Interlaken – immer wieder daran störten, dass Wohnungen zu Ferienwohnungen umfunktioniert wurden.

Wohl kaum für normale Mieter

Dass solche Ferienwohnungen nun wieder von normalen Mietern bezogen werden, sei aber unwahrscheinlich, sagt Sabina Meier vom Mieterverband des Kantons Bern: «Diese Wohnungen sind oft im Luxussegment platziert und möbliert. Es wird kaum funktionieren, solche Wohnungen auf dem normalen Wohnungsmarkt anzubieten.»

Die Vermieter werden die Krise wohl aussitzen.
Autor: Sabina MeierMiterinnen- und Miterverband Kanton Bern

Zudem generieren solche Ferienwohnungen laut Sabina Meier normalerweise einen viel höheren Umsatz als Wohnungen für Einheimische. Die Eigentümer würden also versuchen, die Krise auszusitzen, um dann wieder von den Mehreinnahmen zu profitieren.

In Interlaken ändert Angela Mattmann ihr Geschäftsmodell nicht. Ihre Wohnungen will sie nicht auf dem normalen Wohnungsmarkt anbieten – die Nachfrage sei nicht da, sagt sie. Sie wartet deshalb weiter auf Feriengäste.

HeuteMorgen, 15.04.2020, 06:00 Uhr

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Wir informieren laufend über die aktuelle Entwicklung und liefern Analysen zum Coronavirus. Erhalten Sie alle wichtigen News direkt per Browser-Push. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Andrea Berger-Wey  (Grischunesin)
    Die ursprüngliche Idee von AirBnB, seine eigene Wohnung während der eigenen Abwesenheit über längere oder kürzere Zeit weiterzuvermieten, finde ich sehr gut. Damit, oder mit der Vermietung einzelner Zimmer, das Budget aufzubessern, fällt nun weg. Mit diesen Vermietern habe ich auch keine Mühe. Mit denjenigen, welche das Ganze als grosses Business aufzogen aber auch kein Mitgefühl.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Ich habe mit etlichen AirBbnB Betreibern kein bedauern. Viele haben langjärige Mieter aus ihren Wohnungen vertrieben nur um möglichst viel Kasse zu machen. Jetzt sollte wenn möglich der Staat sie noch finanziell unterstützen. Nein, keinen Rappren sollten diese Abgraser bekommen, sie sollten merken wie schlimm es ist plötzlich auf der Strasse zu landen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Mark. Jaeger  (jegerlein)
    Wieso sollten Einheimische diese Ferienwohnungen beziehen? Die wohnen doch schon alle selber in Häusern und Wohnungen und nicht etwa im Wald oder im Unterholz. Ohne Fremdenverkehr gehen allerdings viele Jobs verloren und die Einheimischen ziehen dann weg und brauchen selber auch keine Wohnung mehr.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen