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Weil das Restaurant geschlossen ist, gibt es das Essen nur noch durch die Türe
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 04.04.2020.
abspielen. Laufzeit 04:54 Minuten.
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Vom Restaurant zum Take-away «Zweimal Rahmschnitzel bitte»

Dreissig Jahre lang servierte Roger Neuhaus in Tafers sein Essen. Nun gibt es das Menu durch die Terrassentüre.

Der Wirt Roger Neuhaus vom Restaurant Maggenberg im freiburgischen Tafers hat sein Smartphone auf Lautsprecher gestellt. «Zweimal Eglifilet für halb zwölf», sagt eine Frau. «Ist gut», antwortet der 60-Jährige und macht sich an die Arbeit.

Ich kann nicht mehr à la minute kochen.
Autor: Roger NeuhausWirt Restaurant Maggenberg Tafers

Roger Neuhaus ist alleine. Vor Covid-19 waren sie am Mittag zu dritt in der Küche. «Ich kann nicht mehr à la minute kochen.» Er musste sich überlegen, wie er das Essen warm halten kann. Er musste spezielles Geschirr kaufen, damit die Kunden das Mittagsmenü mitnehmen können.

Froh sein, wenn es für die Miete reicht

Heute gibt es Eglifilet im Bierteig. Wer nicht Fisch möchte, bekommt ein Rahmschnitzel. Für 15 Franken. Das deckt den Lohn des Wirtes nicht. «Ich bin froh, wenn ich die Miete zahlen kann.» Und einfach herumsitzen und Fernsehen wollte er auch nicht.

Ein paar Worte zu wechseln ist wichtig für die Leute.
Autor: Helena HulinovaWirtin Restaurant Maggenberg Tafers

Kurz vor Mittag: Seine Lebenspartnerin Helena Hulinova öffnet die Terrassentür. Die ersten Kunden stehen an – immer schön mit Abstand. «Wir halten die Hygienevorschriften ein.» Arbeiter kommen vorbei, oder Leute, die allein leben. «Ein paar Worte zu wechseln ist wichtig für die Leute», sagt Helena Hulinova.

Ein Mann bestellt für sich und seine Lebenspartnerin. Beide arbeiten in Tafers im Homeoffice. Er kocht normalerweise am Abend für beide. Nun muss er auch mittags. «Ich habe viel zu tun heute und keine Zeit zum Kochen.»

Eine Portion im Briefkasten zu finden, macht sie überglücklich.
Autor: Roger NeuhausWirt Restaurant Maggenberg Tafers

Gegen ein Uhr flacht die Nachfrage ab. Roger Neuhaus hat rund 40 Menüs verkauft. Es bleiben noch einige Eglifilet und Rahmschnitzel übrig. Abends verteilt er diese im Dorf. An Leute, die nicht raus dürfen und allein sind. «Eine Portion im Briefkasten zu finden, macht sie überglücklich.»

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis; 17:30 Uh; muep;liec

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