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Was die Stadt Bern gegen das «Lädelisterben» macht
Aus Schweiz aktuell vom 14.11.2019.
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Wandel Berner Innenstadt Bern verliert Fachgeschäft um Fachgeschäft

  • In den letzten Monaten und Jahren sind in der Stadt Bern viele Fachgeschäfte zugegangen.
  • Die Mietpreise für Ladenlokale sind daher gesunken. Für Immobilienbesitzer ist es nicht mehr so einfach, ein Lokal zu vermieten.
  • Der Wandel in der Innenstadt zieht aber auch neue Mieter an: Internationale Ketten, die Fuss fassen wollen, oder Zwischennutzer.

Beispiel Theaterplatz in Bern: Hier schliesst Geschäft um Geschäft. Die Kleiderboutique Fueter, das älteste Kleidergeschäft der Stadt Bern, ist bereits zu. Der renommierte Bijoutier Rolf Dillmann muss ebenfalls ausziehen. Und das Modegeschäft Stalder macht per Ende 2019 dicht.

Die Gründe sind vielfältig: Fehlende Nachfolge in der Geschäftsleitung, Renovationen der Liegenschaft, neue Ideen der Vermieter. Doch bei anderen Geschäften gibt es handfeste wirtschaftliche Gründe. OVS, Voegele, Fricker Shoes, Gübelin – diese Marken haben sich ganz aus Bern zurückgezogen. H&M hat eine prominente Filiale geschlossen.

Ein Grund ist auch der boomende Online-Handel, sagt Immobilienexperte Alain Chaney von Wüest Partner: «Vor allem Kleiderläden haben Schwierigkeiten und mussten Umsatzrückgänge in Kauf nehmen.»

Sinkende Mietpreise

Weil die Nachfrage nach Ladenlokalen sinkt, geraten auch die Mietpreise ins Rutschen, wie Wüest Partner beobachtet. An den besten Lagen in Bern sind die Mieten in fünf Jahren um durchschnittlich 37 Prozent gesunken.

Grafik Spitzenmieten für Verkaufsflächen in Bern, minus 37 Prozent in fünf Jahren.
Legende: Wüest Partner

Beispiel Waisenhausplatz. Der Laden des ehemaligen Fotogeschäfts Dani steht seit Monaten leer. «Einen Mieter zu finden, ist schwieriger als auch schon. Die Nachfrage ist schwächer als vor einigen Jahren», bestätigt Christoph Sättler, Immobilienverantwortlicher bei der Besitzerin PSP Swiss Property. «Etablierte Firmen rechnen genauer und haben teilweise Expansionsstopp.»

Für das Lokal am Waisenhausplatz möchte Sättler die Miete nicht senken. Stattdessen bietet er einem möglichen Mieter an, dass PSP Swiss Property mit Investitionen in den Ladenumbau hilft – als Zückerchen. Zudem sei der angespannte Mietmarkt auch eine Chance für Ketten, die in Bern Fuss fassen wollten. Ein Beispiel gibt es gleich nebenan: Dort ist die italienische Modekette Boggi vor zwei Monaten eingezogen. Auch Manor hat 2019 in Bern Fuss gefasst, ebenso wie der Outdoorladen Transa.

Zwischennutzungen

Um einem leeren Laden wieder Leben einzuhauchen, dienten PSP Swiss Property auch Zwischennutzungen: «Dauert es länger, einen Vermieter zu finden, macht ein Pop-Up-Store Sinn. Das begrüssen benachbarte Läden, man kann möglichen Mietern ein belebtes Lokal zeigen.»

Ladenschliessungen sind also nur die eine Seite. Es gibt auch Neueröffnungen und kurzfristige Nutzungskonzepte. Klar ist aber: die Berner Innenstadt wandelt sich, und das auch zugunsten der Kunden, wie Alain Chaney von Wüest Partner sagt: «Das Erscheinungsbild der Stadt wird sich ändern. Das Angebot wird breiter. Für die Kunden ist das attraktiv.»

Neue Angebote auch am Theaterplatz

Ob das auch für den Theaterplatz gilt? Dort, wo bis vor Kurzem die älteste Kleiderboutique war, zieht der Tabakkonzern Philip Morris mit seinen elektrischen Tabakerhitzern ein.

SRF 1, Schweiz aktuell, 19:00 Uhr; gilu;gygm

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47 Kommentare

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  • Kommentar von Sandra Stettler  (S. Stettler)
    Die Veränderungen in der Innenstadt waren seit langem absehbar. Und sie haben einen positiven Nebeneffekt: Die überrissenen Mieten für Ladenflächen sinken und entsprechend können Waren und Dienstleistungen billiger angeboten werden.
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  • Kommentar von E. Eisermann  (ecatweazle)
    Es ist leider vielfach auf der Welt zu sehen,dass individuelle Läden schliessen und der globale Einheitsbrei (int. Ketten) sich breit macht.Individualität geht verloren,der Kunde wird mehr dazu gedrängt den Einheitsbrei zu kaufen und hat kaum eine Auswahl auf Hersteller,deren Mitarbeiter zu marktgerechten Konditionen herstellen.Wo ist die Ermutigung seitens Wirtschaft,Politik und Gesellschaft,die Vielfalt, Werte und Individualität zu erhalten & dem billigen Konsumrausch eine Abfuhr zu erteilen?
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    1. Antwort von François Wiget  (François Wiget)
      Sie sind wohl nie im Ausland. Gehen Sie nach München, Paris, Milano, Budapest, Warschau, Wien, Bordeaux, Nice, etc.…überall kleine Länden und das Leben pulsiert. Unsere Links- Grün kontrollierten Städte verkommen alle zu einem autofreien Ballenberg. Internationale Ketten, die aus Werbezwecken präsent sein müssen oder die ortsunkundig sind, wagen sich noch in Schweizer Stadtzentren, während alle alt Eingesessenen weg gehen in Einkaufszentren in der Peripherie oder gänzlich schliessen.
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  • Kommentar von Andreas Baumann  (Andreas Baumann)
    Warum soll mann für die Selben Artikel ein Mehrfaches bezahlen , wenns im Nahen Deutschland viel Günstiger ist. Die schweiz ist eine Hochpreis Insel, und Das muss aufhören, und solange das noch anhält gehen halt viele ins Ausland, ganz klar Verständlich ,den jedes muss schauen .
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    1. Antwort von Bruno Meier  (Bruno Meier)
      Verständliches Denken: daher entlasse ich meinen teuren ü50-CH-Mitarbeiter und stelle einen Billigarbeiter aus der EU ein. Noch besser, ich verlagere die Produktion in die EU und re-importiere in die CH, da kann ich noch mehr verdienen.
      All das kurzfristige Denken und Handeln, ich will den hohen Lohn behalten, aber möglichst nichts für ein Produkt bezahlen wird zu massiven Umbrüchen führen, ist leider nicht aufzuhalten.
      Auch kein Politiker ist dagegen, von Links bis Rechts: nur Wachstum helfe.
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    2. Antwort von Eduard Müller  (edewolf)
      Dann sind sie doch bitte selbst auch konsequent und verlangen bei ihrer Firma einen entsprechenden Lohn oder eine Rente die üblicherweise in Deutschland gezahlt werden.
      Es gibt hier in der Schweiz Menschen die gerne hier leben und ihre Einkäufe hier machen damit ihr ausgegebenes Geld auch in der Schweiz versteuert wird. Und ärgern sie sich bitte nicht wenn ihre Wohngemeinde die Steuern erhöht weil die Einnahmen des Einzelhandels fehlen.
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