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Wandern und Gleitschirmfliegen «Hike and Fly» – ein Trend und seine Kehrseite

Was für die Sportler absolute Freiheit bedeutet, kann Wildtiere stressen.

Legende: Video Wandern und Abfliegen abspielen. Laufzeit 03:55 Minuten.
Aus 10vor10 vom 26.07.2018.

An ihren riesigen Rucksäcken hat man die Gleitschirmflieger früher in den Bergbahnen erkannt. Heute fallen sie mit ihren kleinen, leichten Schirmen kaum mehr auf. Und: Sie sind nicht mehr von den Bergbahnen abhängig, denn mit den kleineren Schirmen lässt es sich gut wandern und an abgelegenen Orten starten.

Zwei Wanderer
Legende: Die heutigen Gleitschirme passen poblemlos in einen Rucksack – wie hier für eine Wanderung zwischen Niederhorn und Gemmenalphorn. Mirjam Spreiter/SRF

Dazu braucht es aber mehr Erfahrung, sagt Fluglehrer Hanspeter Michel gegenüber «10vor10». Man müsse viel übers Wetter wissen, den Wind kennen und sich informieren, ob man dort fliegen dürfe. In Wildruhezonen beispielsweise dürfen die Sportlerinnen und Sportler nicht fliegen.

Man muss viel übers Wetter wissen, den Wind kennen und sich informieren, ob man dort fliegen darf.
Autor: Hanspeter MichelFluglehrer

Trotzdem: Beim Bundesamt für Umwelt macht man sich Sorgen, dass der neue Trend die Wildtiere stört. «Die Gleitschirmpiloten gelangen so in Gegenden, wo sie sonst kaum fliegen und das zu Zeiten, an denen sonst Ruhe herrscht», sagt Reinhard Schnidrig, Wildtierspezialist beim Bund.

Es sind immer noch relativ wenige, die das machen und die fliegen dann direkt ins Tal runter.
Autor: Urs FreiVerband der Hängegleiter

Beim Verband der Hängegleiter ist man sich der Problematik bewusst, relativiert aber: Es seien immer noch relativ wenige, die das machen, so Urs Frei, Präsident des Verbandes. Deshalb sei das Problem nicht übermässig gross.

Lokale Lösungen

Wichtig sei, dass man lokale Lösungen fände, so Reinhard Schnidrig. Dieser Meinung ist auch der Verband. Vielerorts wurden im Gespräch mit Behörden, Sportlern und Wildhütern Vereinbarungen getroffen, wann und wo geflogen werden darf.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan von Känel (Trottel der feinen Gesellschaft)
    Mit Segelfliegern, Deltas und Gleitschirmen können an guten Tagen hunderte Kilometer innerhalb der Schweiz zurückgelegt und beliebige Orte im Gebirge angeflogen werden. Die paar Nasen, die zu Fuss zu den Startplätzen laufen, stören die Tiere in der dicht besiedelten Schweiz mit tief fliegender Luftwaffe, Helikoptern etc. kaum zusätzlich. Wichtig ist hingegen, dass sich alle Piloten an die Restriktionen in Wildschutzgebieten halten. Meines Erachtens ist die Szene darauf sensibilisiert.
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  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    Der Mensch ist ein unglaublich gefrässigen, rücksichtslos rücksichtsloses Wesen, das für sich jedes Recht in Anspruch nimmt. Andere Lebewesen sind anscheinend inexistent und keine Rücksicht Wert. Aber eben, was Geld möglich macht, lässt die Vernunft sterben.
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  • Kommentar von Samuel Müller (Samuel Müller)
    Das Wild hat sich zu einem Grossteil sehr gut an die Tuchflieger gewohnt. Noch nie hat ja auch ein Gleitschirm eine Gemse geholt oder auf sie geschossen und die Tiere sind ja nicht dumm. Murmeltiere können die Siluetten der Vögel unterscheiden und flüchten nur bei Adlern. Seit bald 3 Jahrzehnten kämpft Reinhold Schnidrig gegen die Gleitschirmpiloten. Mit Bundesgeldern und teils sehr unfairen Mitteln.
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    1. Antwort von Rolf Huber (eaglerolf)
      sehe ich genauso (Thema Schnidrig). danke dazu noch: es bringt ja millionen um die touris auf den Beatenberg mit stinkenden personenbussen hochschaufeln, wo man/frau sie dann nach Interlaken runterplumpst. dann dürfen sie auf Niederhorn noch die Steinböcke selfie- jagen... macht gar nichts.. und Hike/Fly piloten (naturliebend- und kennend, CO2 einsparend, etwas für die gesundheit unternehmend) werden verunglimpft! tolle zeiten!
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