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Warum die Walliser Winzer wenig Grund zum Anstossen haben
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 16.10.2019.
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Wein aus dem Wallis «Wenn Provins hustet, sind die Walliser Winzer krank»

Wenig einheimischer Wein auf den Schweizer Tischen und randvolle Keller machen den Walliser Winzern zu schaffen.

Provins ist der grösste Schweizer Weinproduzent. Zehn Prozent des Schweizer Weins liefert der Walliser Weinhändler. Doch Grund zum Anstossen gibt es wenig. Im Geschäftsjahr 2017/2018 hat Provins 2,8 Millionen Franken Verlust gemacht. Das Unternehmen mit rund 80 Angestellten baute vier Stellen ab.

Schweizer trinken lieber Wein aus dem Ausland.
Autor: Raphaël GarciaDirektor von Provins

Zudem hat Provins den Winzern erst 80 Prozent der Zahlungen für die Rekordernte 2018 ausbezahlt. Ob die Winzer die restlichen 20 Prozent noch bekommen, ist fraglich. «Die Schweizer trinken lieber Wein aus dem Ausland», sagt Raphaël Garcia, Direktor von Provins, auch weil dieser teilweise günstiger ist als der Walliser Wein. Das bekommen die Winzer nun zu spüren, die ihren Wein an Provins liefern.

Gleichzeitig haben die beiden grössten Weinbaukantone der Schweiz, Waadt und Wallis, entschieden, in diesem Jahr die Ernte zu reduzieren. Für die Walliser Winzer heisst das, dass sie deutlich weniger Umsatz mit ihrem Traubengut machen.

Walliser Winzer können weniger liefern

Die Probleme des Walliser Weins geben auch Amadée Mathier vom Branchenverband Rebe und Wein zu denken. «Wenn Provins hustet, sind die Walliser Winzer krank.» Unter den rund 3200 Genossenschaftern von Provins sind viele Hobbywinzer. Für diese lohne sich der Rebbau finanziell schon lange nicht mehr.

Wir haben den älteren Jahrgang gegen den jüngeren ausgetauscht.
Autor: Thomas KaderliMediensprecher von Denner

Als wären dies nicht schon genug Probleme, haben Grossverteiler und Detailhändler damit begonnen, nicht verkaufte Weine an die Produzentinnen und Produzenten zurückzugeben. Thomas Kaderli, Mediensprecher von Denner bestätigt das, sagt aber: «Wir haben den Wein nicht einfach zurück gegeben, sondern ausgetauscht gegen einen jüngeren Jahrgang.»

Was die Schweizer Winzer zusätzlich belastet: Zwei von drei Flaschen Wein auf den Schweizer Tischen kommen aus dem Ausland. Wegen der zahlreichen Probleme fordern die Winzer nun Bund und Kantone auf, dass sie die Branche finanziell stützen.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    Da ich viele Wochen im Jahr im Weinkanton Wallis wohne, stelle ich zwei wichtige Gründe für die Sorgen der Walliser Winzer fest: Im ganzen Kanton (von Visp bis nach Martigny) wird einfach zu viel Wein produziert (mit diesem ungesunden Monokultur-Denken)! Zweitens wird viel zu viel fremder "Rebensaft" aus der ganzen Welt importiert (und leider von vielen Konsumenten auch oft verlangt!). Auch als "Wenig-Wein-Konsument", trinke ich zu einem guten Essen stets immer nur Schweizer Wein (und Sie....?)
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    1. Antwort von Adrian Flükiger  (Ädu)
      @Bolliger: Der grösste "Weinbauer" Provins Vallais produziert definitiv zuviel "Chuttlerugger". Punkto Weintrinken ist es zudem halt so, dass es auch von anderswo (zB Bella Italia) viel guten Rebensaft gibt... Prost.
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  • Kommentar von Christian Mueller  (Christian Mueller)
    NAtürlich soll der Bund (also die Steuerzahlenden) wieder Ged geben. Warum wird denn so viel Wein produziert, den niemand will? Die Rebberge würden sich auch gut als Olivenhaine oder Nussplantagen eignen. Würden sie nicht so viel Geld für Pestizide ausgeben und Sorten anbauen, die robuster sind, könnten sie viel Geld sparen und unter dem Bio-Label höhere Preise erzielen. Aber Geld vom Bund ist halt das einfachste, dabei weiss man über den beschränkten Nutzen von Entwicklungshilfe...
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  • Kommentar von Adi Berger  (Adi B.)
    Preise runter dann steigt der Umsatz! Schweizer Weine sind oft unverhältnismässig teuer. Eine finanzielle Unterstützung mit Steuergeldern ist abzulehnen.
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    1. Antwort von Klaus KREUTER  (SWISSKK)
      Da haben Sie aber so etwas von Recht. Es fehlt an ausreichender Vermarktung und es mangelt am Gefühl für Preisgestaltung. Wie man es richtig macht kann man, nach langer Krise, in Deutschland`s Weingebieten sehr eindrucksvoll besichtigen. Nicht 1 Händler-nein viele Kooperativen die wissen wie man Wein vermarktet.
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